Estland

Reisevideo, Informationen und Tipps

Reisevideo Tallinn






Länderportrait Estland

(rf) Estland ist ein kleines, aber ein äußerst vielfältiges Land: menschenleere weiße Sandstrände, bezaubernde Inselwelten, tiefe Wälder, fünf Nationalparks, malerische Binnengewässer, geheimnisvolle Sumpf- und Moorlandschaften und eine artenreiche Flora und Fauna. Die Distanzen zwischen den unterschiedlichen Naturschätzen und Landschaften sind kurz und dank der guten Infrastruktur schnell und bequem erreichbar.

Blick auf Tallinn

(Quelle: Toomas Volmer)

Tallinn

Tallinn ist Estlands Tor zur Welt. Die estnische Hauptstadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Die Stadt beherbergt das kompletteste mittelalterliche Stadtzentrum der Welt. Der Altstadtkern ist geprägt von verwinkelten Gassen, romantischen Innenhöfen, prächtigen Kaufmannshäusern und historischen Stadtmauer mit 26 Wehrtürmen. Seit 1997 zählt die Altstadt von Tallinn zum UNESCO Welterbe.

Tallinn ist eine Stadt, in der Tradition und Moderne sich ergänzen. In der estnischen Hauptstadt verbindet sich mittelalterliche Architektur mit skandinavischer Modernität. In der entstehende Business-City ragt neue Architektur immer höher gen Himmel. Die avantgardistische Architektur des Rotermannviertels zeigt, wie sich Tallinn in den letzten Jahren neu erfunden hat. Die Vorstadt Kalamaja hat sich zu einem alternativen Szeneviertel entwickelt, in der vor allem Junge und Kreative leben. Der Stadtteil Katharinental (Kadriorg) ist geprägt durch die dortigen Kunstmuseen. Das Barockschloss und die Parkanlage hat der russische Zar Peter der Große im 18 Jh. gebaut und nach seiner Gemahlin Katharina I. genannt.

KUMU - Art Museum of Estonia

Nordestland

Nicht weit von Tallinn, an der Nordküste Estlands, befindet sich der Nationalpark Lahemaa. Er bietet einen guten Überblick auf die unterschiedlichen Natur- und Kulturlandschaften, die für Estland charakteristisch sind. Hier gibt es viele Fischerdörfer sowie die drei historischen Gutskomplexe: Palmse, Sagadi und Vihula.

In der Nähe der Nordküste und des Nationalparks Lahemaa befindet sich das Städtchen Rakvere. Die mittelalterliche Burg und die riesige Skulptur eines Auerochsen (Tarvas) prägen die Gegend. Die nordestnische Kalksteinküste ist der reizvollste Teil des 1200 km langen baltischen Klints zwischen Schweden und Russland. Die Kalksteinküste ist für die erhaltenen Fossilien berühmt.

Wer der Küste weiter Richtung Narva folgt, erreicht die Hermann-Festung – die am besten erhaltene Festung in Estland. Narva liegt an der Grenze zu Russland. Die Bevölkerung ist überwiegend russischsprachig. Das Gesicht der Stadt ist von der sowjetischen Architektur geprägt.

Küste bei Loelähtme

(Quelle: Estonian Tourist Board)

Südestland

Die Universitätsstadt Tartu liegt im Süden des Landes und gilt als intellektuelle Hauptstadt Estlands. Theateraufführungen, Konzerte, Festivals und Konferenzen finden in Tartu das ganze Jahr über statt. Die Stadt ist auch das Zuhause von über 20 Museen.

Der Nationalpark Soomaa ist eine der größten Moorlandschaften in Nordeuropa. Die wasserreichen Flüsse und die Überschwemmung im Frühling, bekannt als „die fünfte Jahreszeit“, laden zu Kanufahrten ein. Die Gegend und die artenreiche Flora und Fauna kann man auf den Bohlenstegen auch gefahrlos zu Fuß erkunden.

Im Võru-Gebiet kann man in typischen Rauchsaunen entspannen. Die Besonderheit bei der Rauchsauna, die zum UNESCO Welterbe zählt, ist, dass sie keinen Schornstein hat. Der große, von Steinen bedeckte Ofen wird über mehrere Stunden angeheizt. Der entstehende Rauch verbleibt im Raum und sorgt für das Ansteigen der Temperatur.

Das Süd-Ufer vom Peipussee, das Estland und Russland verbindet, ist für die goldgelben Zwiebeln berühmt. Bekannt als der Zwiebelweg, verbindet die Gegend das Kulturerbe der estnischen Bauern, der russischen Altgläubigen wie auch der Baltendeutschen miteinander.

Im Südosten Estlands sollte man der Volksgruppe der Setos einen Besuch abstatten. Bis heute sind dort uralte kulturelle und religiöse Traditionen und Bräuche lebendig geblieben. Die Kultur der Setus ist so bunt wie ihre Trachten, die die Einheimischen an Festtagen voller Stolz tragen. Die Volksgruppe ist auch für ihren Leelo-Gesang berühmt.

Leuchtturm auf der Insel Saaremaa

(Quelle: Estonian Tourist Board)

Westestland

Pärnu ist die Sommerhauptstadt Estlands, ein Kurort und gleichzeitig eine Kulturstadt mit vielen Museen und Musikfestivals. Lange weiße Sandstrände, flaches Wasser und „die beste Sonne Estlands“ ziehen Gäste von nah und fern an. Ein anderer Küstenkurort ist Haapsalu. Er ist bekannt für seine hölzernen Wohnhäusern und seinen schönen Strand. Die Promenade bietet malerische Ausblicke auf die Bucht. In der mittelalterlichen Burg von Haapsalu finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

Eine von vielen Besonderheiten des Landes sind die 1500 Inseln. Die größten sind Saaremaa, Hiiumaa, Muhu, Vormsi und Kihnu. Kuressaare, die einzige Stadt auf Saaremaa, der größten Insel Estlands, liegt im südlichen Teil der Insel. Die mittelalterliche Burg und das reiche Kulturleben ziehen viele Besucher an. Die Insel Hiiumaa eignet ist ideal für einen Natururlaub. Im Sommer finden dort viele Musikfestivals statt.

Der Nationalpark Matsalu in Westestland ist eines der größten und wichtigsten herbstlichen Aufenthaltsgebiete für Zugvögel in Europa und ideal für Vogelbeobachtungen.

Villa Ammende in Pärnu

(Quelle: Stadt Pärnu)

Aktiv- und Naturtourismus

Westestland ist im Frühling und im Herbst ein Paradies für Vogelbeobachter, da es ein wesentlicher Aufenthaltsort bei der Wanderung der Vögel ist. Besonders beeindruckend ist der Vogelzug der riesigen Scharen in Richtung Skandinavien und Russland. Der Nationalpark Vilsandi im Westen Saaremaas umfasst mehr als 100 Inseln mit vielfältiger Vogelwelt. Darüber hinaus erwartet Pflanzenliebhaber eine Vielfalt an seltenen Orchideen.

Der Nationalpark Lahemaa, zu deutsch „Land der Buchten“, besteht aus einer artenreichen Vegetation aus Stein- und Sandstrandgebieten, malerischen Hochmooren oder Kiefern-, Ur- und Felsenwäldern. An der dortigen weltberühmten Kalksteinküste kann man jahrtausendalte und gut erhaltene Fossilien bewundern.

Die Küstenwiesen an der Bucht in der Nationalparkt Matsalu bedecken ca. 3000 Hektar und gehören zu den größten in Europa. Sie sind ein wichtiger Zwischenstop für Zugvögel sowie ein Nistplatz für viele Watvögel wie Strandläufer, Kiebitz, Brachvogel und Schnepfe.

Ein einzigartiges Naturschauspiel findet im Frühjahr im Südwesten Estlands statt: das Frühlingshochwasser verwandelt den Naturpark Soomaa in eine außergewöhnliche Wasserlandschaft. Diese Überschwemmungen sind als „die fünfte Jahreszeit“ bekannt und haben ihren Höhenpunkt gewöhnlich Ende März und Anfang April. In diesem Zeitraum werden Kanu- und Einbaumtouren organisiert. Naturliebhaber können dann mit Kanus auf den Wanderwegen und in den Wäldern durch die Natur gleiten.

Das Klima und die ökologischen Voraussetzungen der Wälder sind für viele Wildtiere gut geeignet. In Estland wohnen 65 verschiedene Arten von Säugetieren, darunter Elche, Wölfe, Luchse, Rehe, Fischotter und Biber. Durch die endlosen Wälder und Moore Estlands streifen auch etwa 700 Braunbären. Besucher haben diverse Möglichkeiten zu Bärenbeobachtung.

Der Sommer ist eine gute Zeit für Waldwanderungen, Fischfang wie auch Wassertourismus und eignet sich ideal für Schwimmausflüge am Meer, Fluss oder See. An der Küste kann man in den Sommermonaten Ringel- und Kegelrobben entdecken. Pärnu und Haapsalu sind herrliche Küstenstädte mit traumhaften Sandstränden.

Ein anderes Adrenalin-Abenteuer ist Rappeling. Das Abseilen findet vom Dach des 175 m hohen Fernsehturmes in der estnischen Hauptstadt Tallinn statt, der die höchste offene Aussichtsplattform Nordeuropas ist.

Der Winter kann man in Estland gut Skilaufen und Schlittschuhfahren sowie Schneeschuhen- und Stuhlschlittenwanderungen machen.

Mittsommerfest am Meer

(Quelle: Stadt Pärnu)

Wassertourismus

Die fast 4000 km lange Küstenlinie mit 1500 Inseln und unzähligen Buchten sowie zahlreichen Flüssen und Seen machen Estland zu einem idealen Land für Wassersportler.

Mit über 100 Kleinhäfen und Marinas lockt die estnische Küstenregion Segel- und Yachturlauber an. Ob eine mehrtägige Kajakwanderung um die kleinen Inseln vor Hiiumaa oder eine Paddeltour um die Insel Manija, hier kommt jeder Aktivurlauber auf seine Kosten. Schiffsbauinteressierte können Touren auf einem einmastigen Segeltawler, prähistorischen Wikingerschiffen oder auf einem aus Erlenholz gefertigtem Boot namens „haabjas“ im Nationalpark Soomaa unternehmen.

Für Taucher ist der Ort Rummu, südwestlich von Tallinn, sehr interessant. In einer ehemaligen Kiesgrube hat sich ein See mit kristallklarem Wasser gebildet. Die überfluteten Gebäude, darunter auch ein Gefängnis, bilden ein außergewöhnliches Unterwasserkulisse. Der Tauchspot zieht Fotografen und Extremsportler aus der ganzen Welt an.

Mole in Pärnu

(Quelle: Jaak Nilson)

Reise-Tipps Baltikum

Steckbrief

Klima: maritim bis mäßig kontinental, lange Winter, kühle Sommer
Lage: Nordeuropa, Baltikum
Größe: 45.227 Quadratkilometer
Hauptstadt: Tallinn
Bevölkerung: 1,34 Millionen Einwohner
Sprache: Estnisch (offizielle Sprache), Russisch (Verkehrssprache)
Regierungsform: Republik, Parlamentarische Demokratie
Währung: Euro
Religion: evangelisch-lutherisch und orthodox, beim nichtestnischen Bevölkerungsteil dominiert russisch-orthodox

Weitere Informationen

Baltikum Tourismus Zentrale: www.baltikuminfo.de (deutsch)
Estnisches Fremdenverkehrsamt: www.visitestonia.com (deutsch)
Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.de (deutsch)

Karte Estland / Hauptstadt: Tallinn


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