(rf) Das Land lässt sich in drei Regionen teilen – Küste, Hochland und Regenwald. Die Küste steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist vorwiegend eine Küstenwüste mit schönen Stränden und fruchtbaren Tälern. Perus Küste am Pazifischen Ozean erstreckt sich auf einer Länge von über 2.500 Kilometer. Hinter den schmalen Küstenstreifen bedingt das Hochland, das aus den Bergzügen der Anden besteht, die von Längstälern unterbrochen werden. Östlich der Anden beginnt die dichte und fast undurchdringliche Regenwaldregion. Rund 60 Prozent des Landes sind vom Regenwald bedeckt. Die große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit im Amazonasgebiet haben eine einzigartige Flora und Fauna hervorgebracht. Im Süden Perus liegt die Atacama-Wüste, die trockenste Wüste der Welt.
Machu Picchu (Quelle: PromPeru)
Perus Norden
Die Region nördlich von Lima zeichnet sich durch Andendörfer, grüne Landschaften und bestechende Sandstrände aus. Die Fundstätten früherer Kulturen lassen diesen Teil des Landes besonders für Altertumskundler interessant erscheinen. Das Gebiet um die Stadt Trujillo weist eine lange Historie auf. Das Volk der Mochica errichteten zwischen 0 und 700 Jahre nach Christus im Tal des Rio Moche gigantische Lehmziegel-Pyramiden. Die Stadt selbst wurde erst 1534 gegründet und hat gut erhaltene koloniale Gebäude wie die Casa Urquiaga, Casa Bracamonte und Casa del Mariscal de Orbegoso vorzuweisen. Trujillo ist auch der Geburtsort des peruanischen Nationaltanzes Marinera. Ganz in der Nähe liegt, Chan Chan, die mit rund 24 km2; die größte Lehmziegelstadt der Welt ist. 1986 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die Sonnenpyramide Huaca del Sol und die Mondpyramide Huaca de la Luna sind weitere Highlights der Region.
Die Stadt Chiclayo ist das wichtigste Agrar- und Handelszentrum im Norden. Bei Tucume hat man einen beeindruckenden Blick über ein 220 ha großes Tal mit 26 Pyramiden, dessen Bau über 500 Jahre dauerte. Dieses Tal der Pyramiden war die Hauptstadt der Lambayeque-Kultur, die 750 Jahre nach Christus hier siedelte. Weitere archäologische Fundstätten sind die Huaca El Brujo und Huaca Rajada, wo eine der spektakulärsten Grabschätze von ganz Amerika gefunden wurde.
Die Küste ihrerseits zieht Wassersportfreunde und Surfer in ihren Bann, während Naturliebhaber in Schutzzonen wie Chapari den Trockenwald und dessen Fauna bestaunen können.
Pymaride + Sonnentempel (Quelle: PromPeru)
Das Reich der Chachapoyas
Die Inkas nannten das Volk der Wolkenmenschen Chachapoyas, die schon lange vor diesen im Norden Perus lebten. Das ehemalige Reich der Nebelkrieger, zwischen den Flüssen Huallaga und Maranon gelegen, ist ein Ziel für Wagemutige und Naturliebhaber. Die Festung Kuelap, im Dschungel versteckte Steinstädte wie der Gran Pajaten und dem dritt- und vierthöchsten Wasserfall der Welt gibt es zu entdecken.
Auf einem 3000 Meter hohen Bergplateau befinden sich die Überreste der Festung Kuelap, die von einer bis zu 20 Meter hohen Mauer umgeben und nur durch drei schmale Eingangstore zu betreten ist. Die Stadt besteht aus einer Ober- und Unterstadt und ist von üppiger Vegetation umgeben.
Die heutige Stadt Chachapoyas ist Hauptstadt der Region Amazonas, liegt auf 2400 Meter Höhe und ist von zwei Canyons umgeben. Nahe der Anden-Stadt kann man einem Naturschauspiel beiwohnen: den gigantischen Wasserfällen Gocta und Yumbilla.
Zitadelle von Kuelap (Quelle: PromPeru)
Der Regenwald
Im Osten Perus liegt ein wichtiger Teil des Amazonasgebietes. Das Tiefland mit den zahlreichen Zuflüssen und vorwiegend unberühmten Regenwald macht den größten Teil des Landes aus, ist aber auch eine dünn besiedelte Region. Meist können nur Flüsse als Verkehrswege genutzt werden. Mit seinen 34 verschiedenen Lebensräumen für die Tier- und Pflanzenwelt ist der peruanische Regenwald einer der letzten ursprünglichen Regenwälder der Welt. 4.000 Orchideentypen, 4.300 Schmetterlinge, 2.000 Fisch- und 1.80 Vogelarten sind hier zu finden. Um diese Pracht und Vielfalt der Natur zu wahren, hat Peru rund 15 Prozent seines Landes zu Naturreservaten erklärt.
Die Region Loreto ist die weltweit artenreichste Pflanzenregion. Die Hauptstadt Iquitos liegt wie eine Insel inmitten des Amazonasgebietes und zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Architektur und den Charme aus der Kautschukboomzeit aus. Ein Highlight der Stadt ist das von Gustave Eiffel konstruierte Casa de Hierro, das 1887 über den Rio Amazonas nach Iquitos gebracht wurde. Der nicht weit entfernt gelegene Nationalpark Reserva Nacional Pacaya-Samiria ist mit mehr als zwei Millionen Hektar der größte Park Perus.
Madre de Dios im Süden beherbergt Manu Nationalpark, mit einer Ausdehnung von fast zwei Millionen Hektar. Bei Erkundungstouren per Boot über den Rio Manu kann man Tapire oder manchmal auch seltene Jaguare sehen. Das Gebiet wurde 1973 zum Biosphärenreservat und später zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.
Condor-See (Quelle: PromPeru)
Ländlicher Tourismus
Abseits der touristischen Hauptpfade können Besucher in Peru die Ursprünglichkeit der Natur und die Faszination fremder Kulturen erfahren. Eine Entdeckungsreise, für die sich vor allem die ländlichen Regionen eignen. Bei diesen touristischen Angeboten stehen vor allen der persönlichen Kontakt zu den Einheimischen und der Einblick in die ursprüngliche Lebensweise der Bewohner im Mittelpunkt. Eines dieser Projekte liegt im Nationalpark Manu im Osten des Landes. „Casa Matsigeunka“ bedeutet für den Reisenden das Dschungelleben im peruanischen Regenwald hautnah kennen zu lernen. In Chahuaytire kann der Besucher die traditionellen Methoden der peruanischen Textilherstellung bestaunen und eine der 180 Kartoffelvarianten im Parque de la Papa kosten. Auch an der Küste und im Gebirge der Anden gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Land von einer anderen Seite kennen zu lernen.
Region Lambayeque (Quelle: PromPeru)
Steckbrief
Klima: Amazonas: tropisch, Hochland: subtropisch, Küste: heiße Sommer, kühle Winter Lage: Südamerika, Westküste Größe: 1,28 Quadratkilometer Hauptstadt: Lima Bevölkerung: ca. 27 Millionen Einwohner, davon 47 % Indigene, 37 % Mestizen, 13 % europäischer Herkunft, 3 % asiatischer und afrikanischer Herkunft Sprache: Spanisch, Quechua, Aymara Regierungsform: Republik Währung: peruanischer Sol Religion: 95 % römisch-katholisch, Rest: verschiedene christliche Kirchen
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