Azoren

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Azoren

(rf) Die portugiesischen Azoren-Inseln, etwa auf halber Strecke zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent gelegen, wurde zwischen 1422 und 1452 von Seefahrern des südeuropäischen Landes entdeckt. Sie wurden als Häfen für die mit Schätzen beladenen Karavellen aus Amerika und Westindien, als Zwischenstopp bei den ersten Atlantiküberquerungen mit dem Flugzeug, als Walfangstation und als interkontinentaler Fernmeldeknotenpunkt, an dem die ersten Überseekabel zusammenliefen, bekannt. Heute gelten sie als Treffpunkt der Atlantiksegler.

Das Insel-Archipel gilt als ein einmaliges Naturparadies. Die Azoren sind ein Reiseziel für Individualisten und Aktivurlauber. Die meistbesuchten sind die größeren Inseln São Miguel, Pico, Terceira und Faial. Jede der neun Inseln hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter, ihren besonderen Reiz.

Die Uhr tickt ein wenig gemächlicher und bis heute bewahren sich ihre splendid isolation. Auf tausend Einwohner, so sagt man dort, kommen tausend Kühe – und ein Tourist.

Foto-Reportage Azoren / Portugal

Neun Inselwelten

Santa Maria

Saftige Weiden, Weinterrassen, stille Dörfer und kleine Städte - die Insel ist ein idealer Ort, um der Hektik des Alltags zu entfliehen. Auf Santa Maria gibt es mit die schönsten Strände der Azoren: ideal zum Schwimmen, Surfen, Segeln oder Tauchen.

São Miguel

Die größte Azoreninsel ist zugleich so etwas wie die Hauptinsel. Die Südküste von Sao Miguel gibt sich mediterran, im Inselinneren locken pittoreske Kraterseen und heiße Quellen und im Städtchen Vila Franca do Campo kommen Notalgiker auf ihre Kosten.

Vom Aussichtspunkt Vista do Rei schaut man über blühende Hortensienwälle hinweg auf den Lagoa Verde und den Lagoa Azul, gebettet in waldige Höhenzüge.

Terceira

Die drittgrößte Insel ist – wie der Name anklingen lässt – das hügelige, grün karierte Terceira. Die UNESCO erklärte das Zentrum der Inselhauptstadt Angra do Heroísmo mit den prächtigen Palästen und Kirchen bereits in den 80er Jahren zum Weltkulturerbe.

Der Strand von Praia gehört zu den schönsten des Archipels, zudem gibt es viele vom Meer ausgewaschene Felsenpools. Entdeckenswert sind die eindrucksvollen Vulkanhöhlen.

Graciosa

Die eher ruhige Insel lebt vor allem vom Weinbau. Uunbedingt besuchen: die Inselhauptstadt Santa Cruz da Graciosa, die Thermalquellen von Carapacho und die große Schwefelhöhle mit dem unterirdischen See.

São Jorge

Die Insel ist 56 Kilometer lang und gerade mal 8 Kilometer breit. São Jorge scheint wie ein riesiger Walrücken aus dem Meer zu ragen. An vielen Stellen fallen die Vulkanberge fast senkrecht in den Atlantik ab.

Eine atemberaubende Kulisse für Aktivurlauber, die die Insel erwandern. Allenortens trifft man auch Kühe: der Insel-Käse begeistert selbst anspruchsvolle Gourmets. Auf Küstenebenen zu Füßen vulkanischer Steilwände wachsen zudem tropische Früchte.

Atemberaubend ist der Blick vom abgeschiedenen São Jorge auf den perfekten Vulkankegel auf der Nachbarinsel Pico. Früh am Morgen hält er sein „levé“, streift das nächtliche Wolkenkleid allmählich ab und steht dann wie eine Fata Morgana über dem glatten Meeresspiegel.

Pico

Die kleine Insel mit ihren ganz eigenen Welt ist geprägt vom mächtigen gleichnamigen Vulkan. Der majestätische Berg ist mit 2351 Metern Höhe die größte Erhebung Portugals.

Seit 1460 von Nordportugal aus besiedelt, hat sich Pico in weiten Teilen eine Aura des Geheimnisvollen bewahrt. „Mistérios“ nennen seine Bewohner die heute mit Wald bedeckten Lavafelder. Die zwischen kunstvoll aufgeschichteten Lavamauern angelegten Weinberge mit Verdelho-Trauben zählen zum Weltkulturerbe der Unesco.

Pico galt bis vor 30 Jahren noch als Insel der Walfänger, die auf schlanken, bis zu 12 Meter langen Booten mit Kraft, Mut und Gewandtheit den Wal jagten. Im „Museu do Baleeiro“ in Lajes wird die Geschichte des Jäger auf dem Meer lebendig erhalten.

Für Aktivurlauber gib es aufregende Lavatunnel und gute Wandermöglichkeiten, so auch den anspruchsvollen Aufstieg zum Vulkankrater.

Faial

Faial ist die Insel der Segler. Auf der lebhaften Insel öffnet sich am Kai des Yachthafens ein buntes Bilder- und Geschichtenbuch: Segler aus aller Welt hinterlassen auf den Kaimauern ihre sorgfältig gepinselten, oft witzigen Skizzen, aus denen Name und Herkunft der Besatzung und das Ziel der Fahrt abzulesen sind. Wer sich nicht einträgt, sagt man, wird Unglück auf See haben. Ein Muss nicht nur für Segler: die legendäre Kneipe Peter's Cafe Sport.

Aktivurlaubern können das Innere der Caldeira oder die Mondlandschaft, die beim Ausbruch des jüngsten Azoren-Vulkans Capelinhos entstanden ist, erwandern.

Flores

Kristallklare Seen, üppig grüne Vulkankrater, verschwenderisch blühende Hortensien - Flores ist ein Naturparadies mit bunter und artenreicher Flora und Fauna. In den Naturschwimmbecken gibt es zudem eine sehr vielfältige Unterwasserwelt zu entdecken.

Corvo

Eigentlich ist es eher ein Inselchen: gerade einmal 17 Quadratkilometer misst das ruhige Eiland. Das Highlight der Insel, die von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wurde, ist der Millionen Jahre alte Einsturzkrater Caldeirão.

Vulkane & Co.

Die Azoren verdanken ihre Existenz der Tätigkeit von Vulkanen. 1766 sind es genau, von denen neun bis heute leicht aktiv sind. Grund für die anhaltende Aktivität tief im Untergrund ist die geografische Lage der Azoren. Hier stoßen gleich drei Kontinentalplatten aneinander - die Amerikanische im Westen, die Eurasische im Osten und die Afrikanische im Süden. Seit März 2013 haben die Azoren den Status eines Unesco-Geoparks. mit über 120 geologischen Stätten, die sich über die neun Inseln und das sie umgebende Meeresgebiet verteilen und die große vulkanische Geodiversität des Archipels widerspiegeln, ist er weltweit einzigartig. Und: Auf den Azoren trägt so die Nutzung der Geothermie zur Energieversorgung der Inseln bei.

Vulkanhöhlen des Archipels

Besucher der Azoren sind immer wieder von der unvergleichlichen Vulkanlandschaft begeistert. Mancherortens kann man die Werke der Vulkane auch von Innen bestaunen. Innerhalb der Lavaströme sind an verschiedenen Stellen röhrenförmige Höhlen entstanden, die man besichtigen kann. Inmitten der erkalteten Lava erwartet Besucher ein sehr vielfältiges Bild: mal als Verlauf eines flüssigen Gesteinsstroms, mal hängen Lavatropfen wie sonst in Tropfsteinhöhlen von der Decke. Je nach Zusammensetzung schimmert der Stein blau, grün oder gelblich.

Auf Pico kann man - mit Schutzhelm und Grubenlampe ausgestattet - die Gruta dos Torres besichtigen. Der Tunnel ist 450 Meter lang, der Eingang liegt etwa fünf Kilometer von dem Dorf Madalena entfernt. Auf Terceira führt eine vor 2000 Jahren entstandene, schwarze Lavaröhre nach hundert Metern zu einem See, in dem sich das Regenwasser sammelt. Auch in der Furna do Enxofre erreicht man am Ende eine langen Treppe einen unterirdischen See mit 130 Metern Durchmesser. Am schönsten ist es hier zwischen 11 und 14 Uhr, wenn das einfallende Sonnenlicht die Höhle in vielen Farben schimmern lässt. Die größte Lavahöhle findet man auf São Miguel: Die Gruta do Carvão am westlichen Stadtrand von Ponta Delgada misst 1650 Mete. Alten Dokumenten zufolge war sie sogar einmal über fünf Kilometer lang. Allein der größte Teil von dreien, die Gruta da Rua do Paim ist 557 Meter lang, acht Meter breit und an einigen Stellen über sechs Meter hoch.

Baden in heißen Quellen & Schwefeltopf-Eintopf

Auf der Azoren-Insel Sao Miguel brodelt und dampft es mancherortens gewaltig. Im Tal von von Furnas, einem riesigen, erloschenen Vulkankrater im Osten der Insel São Miguel, gibt es heiße Quelle. Umgeben von einer üppigen Pflanzenwelt, kann man hier entspannt ein heißes Bad im Freien nehmen.

Im Ort von Furnas steigt einem Schwefelgeruch aus Fumarolen in die Nase. Ein heißer Fluss schlängelt sich durch den Ort. Mineralhaltige Quellen sprudeln aus der vulkanischen Erde hervor. Insgesamt 22 Quellen entspringen im Tal von Furnas. Einige davon speisen die Warmbadebecken der Kuranlage von Furnas, den Paradise Pool oder das Badebecken im Terra Nostra Park. In dem Park gedeihen aufgrund des milden Mikroklimas und der Luftfeuchte innerhalb des Kraters exotische Pflanzen wie Riesenfarne und Orchideen.

Bereits Ende des 20. Jahrhunderts entdeckten Jesuiten die heilklimatische Wirkung des Tals von Furnas. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Furnas zum mondänen Kurort. Heute zeugen davon noch prachtvolle Villen und Paläste sowie großzügig angelegte Parkanlagen.

Vulkanische Aktivität kann neben Fluch auch Segen sein. Am Ufer der Lagoa das Furnas wird die Erdwärme zum Garen der lokalen Spezialität cozido genutzt. Fleisch, Würste und Gemüse werden zusammen in große Kochtöpfe geschichtet und diese gut verschlossen in Erdlöchern versenkt. Dank der vulkanischen Hitze gart der Eintopf unterirdisch. Nach einigen Stunden ist der Eintopf fertig und wird meist in den umliegenden Restaurants serviert.

Auf dem Weg von Ribeira Grande an der Nordküste der Insel zur Lagoa do Fogo, einem weiteren spektakulären Vulkankrater, liegt etwas versteckt die Caldeira Velha. Ein eisenhaltiger Wasserfall speist hier ein kleines Becken, dass von heißen Quellen erwärmt wird. Umgeben von einer üppigen Pflanzenwelt lässt es sich dort vorzüglich entspannen.

An einigen Küstenabschnitten wie z. B. an der Praia do Fogo, erwärmen heiße Quellen das Meerwasser in Strandnähe, was ein eher ungewöhnliches Badeerlebnis verspricht.

Animal-Watching

Bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden von den Azoren aus Wale gejagt. Längst sind die imposanten Meeresgiganten geschützt. Fast von allen Inseln aus wird heutzutage Walbeobachtung angeboten. Beste Bedingungen herrschen auf Pico und Faial. Die Chancen, wirklich einen oder mehrere der Meeressäuger zu sehen, sind hier sehr gut. Alternativ begegnet man Delfinen oder Meeresschildkröten. Je nach Jahreszeit trifft man in den Gewässern vor den Azoren verschiedene Walarten an: Blauwale meist am Ende des Winters und Pottwale, Seiwale und Bartwale hauptsächlich im Sommer.

Vogelbeobachtungen sind auf allen Inseln möglich. Bekannt sind vor allem die Inseln São Miguel und Graciosa für endemische Arten. Auf Terceira findet man vor allem Möwen und Watvögel der nearktischen und paläarktischen Ökozonen und auf Flores und Corvo finden Birdwatcher amerikanische Singvögel. Vogelarten, die aufgrund extremer Wetterbedingungen von ihrer üblichen Route abweichen, lassen sich ebenso beobachten wie auf den Azoren nistende Seevögel. Hier brüten etwa 30 Vogelarten. Die Zahl der auf dem Archipel schon gelegentlich beobachteten Arten, darunter einige äußerst seltene, liegt bei etwa 400. Infos:

Unterwasserwelten

Tauchspot Azoren: Von Vulkanen geschaffene und von Wasser umspulte Landschaften mit geheimnisvollen Grotten und bizarren Lavabögen sowie Schiffwracks, die zu Riffen mutieren, gilt es zu entdecken. Ihrer Lage mitten im Nordatlantik, in einer Übergangszone der von Norden kommenden, nährstoffreichen Ströme und des wärmeren Golfstroms, verdanken die Inseln ihre einzigartige maritime Artenvielfalt. Ein wahres Paradies für Taucher! Hier findet sich fünf Arten von Meeresschildkröten, mehr als 24 verschiedene Wal- und Delfinarten und rund 600 Fischarten, darunter große Schwärme von Hochseefischen, verschiedene Haiarten, Mantas und Riesenmantas. Auf allen inseln gibt es gut ausgestattete Tauchbasen und –schulen, deren Lehrer in der Regel zumindest englisch sprechen.

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