Am Fuß der Zugspitze: Garmisch-Partenkirchen
Am Fuß der Zugspitze: Garmisch-Partenkirchen - Garmisch - Partenkirchen - Zugspitze: Höchster Punkt Deutschlands - Eibsee: Türkisgrüner See unter der Zugspitze - Alpspitze, Alpspitzbahn und Kreuzeckbahn - Partnachklamm: Schlucht unterhalb der Reintalroute - Philosophenweg: Spaziergang mit Aussicht - Wandern und Bergsteigen: 300 Kilometer Wege - Radfahren und Aktivurlaub - Kultur, Museen und Musik - Kulinarik und Bierkultur - Übernachten: Vom Familienhotel bis zur Pension - Anreise und mobil vor Ort - Fazit: Eine Region mit vielen Ebenen
Am Fuß der Zugspitze: Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen liegt am Fuß der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Es vereint zwei Orte: das städtische Garmisch mit Kurpark, Fußgängerzone und Skistadion und das historische Partenkirchen mit alter Handelsstraße und Lüftlmalereien.
Garmisch
Garmisch wirkt modern: Fußgängerzonen mit Läden, Cafés, Hotels und immer wieder der Blick auf Alpspitze und Zugspitze. Im Michael-Ende-Kurpark laden Bänke am Teich zum Verweilen ein, Spazierwege führen an alten Bäumen vorbei; im Sommer gibt es Open-Air-Kultur.
Partenkirchen
Partenkirchen zeigt das ältere Gesicht der Region. Die historische Ludwigstraße folgt einer über 700 Jahre alten Handelsroute, die Venedig mit Augsburg verband. Lüftlmalereien an den Fassaden erzählen von Heiligen, Handwerkern und bäuerlichem Alltag. Gasthäuser wie der Fraundorfer mit seiner Bauernhochzeit-Malerei, das Werdenfels Museum oder das Haus Simon mit Erzengel-Gabriel-Darstellung prägen das Straßenbild.
Zwischen beiden Ortsteilen liegen Museen, Kurpark, Eisstadion und Olympia-Skisprungschanze – Relikte der olympischen Geschichte und Schauplätze aktueller Großereignisse.
Zugspitze: Höchster Punkt Deutschlands
Über dem Ort thront der markante Gipfel der Zugspitze. Mit 2.962 Metern ist er Deutschlands höchster Berg. Zahnradbahn, Gletscherbahn und Seilbahn Zugspitze bringen Gäste auf das Zugspitzplatt und bis knapp unter den Gipfel. Oben erwarten Gletscherplateau, Aussichtsplattformen, ein Rundweg im Fels und mehrere Restaurants. Bei klarer Sicht bietet sich ein Panorama über hunderte Gipfel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.
Eibsee: Türkisgrüner See unter der Zugspitze
Unterhalb der Zugspitze liegt der Eibsee. Der Bergsee entstand durch einen prähistorischen Felssturz; heute fasziniert die ungewöhnliche Farbpalette: je nach Licht schimmert das Wasser von tiefgrün bis türkis. Ein acht Kilometer langer Uferweg führt in gut zwei Stunden um den See und erschließt Badeplätze, Buchten und Blicke auf die Nordwand der Zugspitze. Auf dem Wasser sind Ruderboote, Tretboote, SUP-Boards und kleine Elektroboote unterwegs; am Ufer liegt ein Hotel mit Gastronomie. Wer früh startet, erlebt oft spiegelglattes Wasser und leere Wege.
Alpspitze, Alpspitzbahn und Kreuzeckbahn
Östlich der Zugspitze prägt die Alpspitze mit ihrer markanten Pyramidenform die Silhouette über Garmisch-Partenkirchen. Zwei Bahnen erschließen die Region, die am gleichen Parkplatz am Ortsrand starten. Wer Rundtouren mag, fährt mit der einen Bahn hinauf, wandert hinüber und kehrt mit der anderen zurück. Die Alpspitzbahn fährt zum Osterfelderkopf auf über 2.000 Meter. Von dort bieten sich mit wenigen Schritten neue Perspektiven: Auf dem Natursteig Osterfelder verläuft ein Themenweg zu Flora, Fauna und Geologie, am Rand ragt die Aussichtsplattform AlpspiX über den Fels – ein Doppelsteg mit Blick hunderte Meter tief ins Höllental. Die Kreuzeckbahn ist der zweite Einstieg ins Garmisch-Classic-Gebiet. Die Bergstation ist Ausgangspunkt für Touren zur Hochalm, zum Kreuzjoch oder zur Kandahar-Strecke, im Winter Schauplatz von Weltcup-Abfahrten.
Partnachklamm: Schlucht unterhalb der Reintalroute
Am südlichen Ortsrand, unweit des Olympia-Skistadions, hat die Partnach im Lauf der Jahrtausende eine bis zu 80 Meter tiefe Schlucht in den Fels gesägt – die Partnachklamm. Ein gesicherter Steig führt durch Tunnel und Galerien direkt über dem Wasser entlang. Im Sommer rauscht das Wasser unter Stegen und Brücken. Wilde Wasserfälle, Nebel und Regenbögen stehen im Vordergrund. Im Winter formen Eisvorhänge und Zapfen eine eigene Kulisse. Entlang der Partnach erklärt der Lehrpfad „Die Steine des Alpenraums“ auf gut eineinhalb Kilometern die Gesteine des gesamten Alpenbogens. Die Partnachklamm ist auch Ausgangspunkt für längere Touren. Von dort führen Wege ins Reintal, weiter zu Reintalanger- und Knorrhütte und hinauf zum Zugspitzplatt. Alternativ geht es auf Höhenwegen über Graseck, Eckbauer oder zum Königshaus am Schachen.
Philosophenweg: Spaziergang mit Aussicht
Zwischen Partenkirchen und Farchant zieht sich der Philosophenweg als Höhenweg durch den Wald. Breiter Weg, moderate Steigungen, Ausblicke auf Ort, Loisachtal und Wetterstein – und Bänke mit Zitaten aus Philosophie und Literatur am Rand. Startpunkt ist die Wallfahrtskirche St. Anton oberhalb von Partenkirchen; von dort schlängelt sich der Weg mit moderaten Steigungen nach Norden und endet nach rund 1 Stunde 45 Minuten bei Farchant. Der Pfad ist rollstuhl- und kinderwagenfreundlich. Im Winter wird die Strecke geräumt und als Winterwanderweg ausgewiesen.
Wandern und Bergsteigen: 300 Kilometer Wege
Rund um Garmisch-Partenkirchen ziehen sich mehr als 300 Kilometer markierte Wanderwege durch die Berge – von einfachen Spazierwegen im Tal bis zu alpinen Routen im Hochgebirge. Zu den Klassikern gehören der Kramerplateauweg mit Blick auf Wetterstein und Zugspitze, die Tour zur Tannenhütte mit Hängebrücke über dem Kramerplateau oder der Wank, der als „Sonnenberg“ mit einem breiten Gipfelplateau und Rundumblick gilt. Wer höher hinaus will, findet Steige und Klettersteige an der Alpspitze oder nimmt die langen Routen über Reintal oder Höllental zur Zugspitze. Ein Teil der Wege ist in das heilklimatische Bewegungsprogramm eingebunden: Touren mit definierten Höhenmetern und Gehzeiten, die gezielt für Herz-Kreislauf-Training oder Regeneration ausgelegt sind.
Radfahren und Aktivurlaub
Für Radfahrer ist die Region ebenfalls dicht erschlossen. Rund 450 Kilometer beschilderte Strecken stehen zur Verfügung – von ebenen Loisach-Runden bis zu alpinen Anstiegen Richtung Hausberg, Wank oder Schachen. Beispiele reichen von der Familien-Erlebnistour zwischen Garmisch-Partenkirchen, Burgrain und Farchant – mit Spielplätzen und Abstechern zur Burgruine Werdenfels oder zu den Kuhfluchtwasserfällen – bis zu langen Bike-&-Hike-Runden, etwa zum Königshaus am Schachen oder auf den Hausberg mit anschließendem Aufstieg zum Kreuzjoch. Dazu kommen saisonale Veranstaltungen: Trailgspitz Ultratrail, Mountainbiker und Gravelbiker nutzen die Übergangszeiten im Frühling und Herbst, wenn Wege frei und Temperaturen moderat sind. Paragliding, Kanu- und Raftingtouren auf der Loisach sowie Canyoning in benachbarten Schluchten erweitern das Spektrum. Im Winter verschieben sich die Schwerpunkte: dann prägen Skipisten am Hausberg und in Garmisch-Classic, Langlaufloipen und geräumte Winterwanderwege das Bild. Garmisch-Partenkirchen bleibt damit ganzjährig Aktivregion.
Kultur, Museen und Musik
Trotz aller Natur ist Garmisch-Partenkirchen kein reiner Outdoor-Ort. Kultur zeigt sich in Museen, Festivals und kleinen Bühnen. Das Museum Werdenfels dokumentiert auf rund 1.000 Quadratmetern die Geschichte der Region, vom Alltagsleben bis zur alpinen Erschließung. Zu den Exponaten gehört das 150 Kilogramm schwere Original-Gipfelkreuz der Zugspitze. Im Museum Aschenbrenner trifft Porzellan auf Puppen und Krippenkunst, ergänzt um interaktive Stationen für jüngere Besucher. Das Richard-Strauss-Institut im Kurpark Partenkirchen verbindet Dauerausstellung, Archiv und Konzertsaal; jährlich finden die Richard-Strauss-Tage statt, ein Festival mit Konzerten, Vorträgen und Meisterklassen. Auf der sportlichen Seite steht das Olympia-Skistadion mit der modernen Großschanze. Hier wird traditionell am 1. Januar das Neujahrsskispringen der Vierschanzentournee ausgetragen; Führungen erschließen die Anlagettkämpfe. Im Jahreslauf reicht der Veranstaltungskalender von lokalen Festwochen und Blasmusik-Konzerten im Michael-Ende-Kurpark über GaPa Live – eine Konzertreihe an verschiedenen Orten – bis zu Theater- und Bauerntheater-Aufführungen.
Kulinarik und Bierkultur
Kulinarisch verbindet Garmisch-Partenkirchen klassische bayerische Wirtshausküche mit moderner Gastronomie. Regionale Produkte werden aufgegriffen und mit moderner Küche kombiniert, oft mit vegetarischen und veganen Optionen. In traditionellen Gasthäusern dominieren Braten, Knödel, Suppen und Brotzeiten, oft mit Blick auf Lüftlmalereien und Holzvertäfelungen. Parallel hat sich eine eigene Bierkultur entwickelt. So das Brauhaus Garmisch mit klassisch bayerischen Bieren, die „Brauerei im Garmischer Hof“ mit Bio-Spezialitäten sowie die „Bieraterie“ als Treffpunkt für Craftbier und regionale Sorten. Gemeinsam positionieren sie Garmisch-Partenkirchen als kleinen „Bier-Hotspot“ im Süden.
Übernachten: Vom Familienhotel bis zur Pension
Die Auswahl an Unterkünften reicht von kleinen Gästehäusern über Ferienwohnungen bis zu Hotels mit Spa. Familienhotels haben sich auf Kinder spezialisiert – mit betreuten Spielbereichen und abgestimmten Angeboten, die Eltern Freiräume verschaffen. Viele Betriebe sind rad- oder wanderfreundlich zertifiziert, bieten Abstellräume, Trockenmöglichkeiten und Tourentipps.
Anreise und mobil vor Ort
Von München fährt stündlich ein Zug nach Garmisch-Partenkirchen, rund eineinviertel Stunden dauert die Fahrt durchs Voralpenland. Wer mit dem Auto kommt, folgt der A95 und der B2 Richtung Süden; aus Tirol führen Straßen über Mittenwald oder den Grenzübergang Griesen in den Ort. Vor Ort verbinden Ortsbusse die Bahnhöfe, Ortsteile und Bergbahnen; Übernachtungsgäste können mit Gästekarte viele Linien kostenlos nutzen. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis in die Fußgängerzone von Garmisch oder – in die andere Richtung – hinüber nach Partenkirchen. Dazwischen liegen Kurpark, Eisstadion und Skistadion, dahinter beginnt bereits der Hang zum Hausberg.
Fazit: Eine Region mit vielen Ebenen
Garmisch-Partenkirchen ist mehr als ein „Zugspitzblick“. Es ist zugleich Bergregion, Kurort, Sportplatz, Geschichtsbühne. Zwischen See und Gipfel, Klamm und Kurpark, Bierkeller und Konzertsaal lässt sich viel kombinieren – je nachdem, ob der Schwerpunkt auf Höhenmetern, Familienzeit, Kultur oder schlicht auf „draußen sein“ liegt.
Links
GaPa Tourismus: www.gapa-tourismus.de
Hinweis der Redaktion: Die Recherchereise wurde aus eigenen Mitteln finanziert.
