MV: Wie der Tourismus wieder anlaufen könnte

Reisen in Corona-Zeiten - Szenario für Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Andrea Quaß)

Tourismus-Strategie für Mecklenburg-Vorpommern

Bei der Reiseanalyse 2020 wird Mecklenburg-Vorpommern zum vierten Mal in Folge zum beliebtesten Inlandsreiseziel der Deutsche gewählt. Urlaub zwischen Ostsee und Seenplatte – die Corona-Pandemie macht einen Strich durch die Rechnung. Mecklenburg-Vorpommern macht dicht. Gäste müssen abreisen. Privates Reisen wird untersagt.

Lockdown des regionalen Tourismus

Der temporäre Lockdown des regionalen Tourismus zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ist für die Verantwortlichen ein unvermeidbarer Schritt. Es wird an das Verständnis der Urlauber appelliert. Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell wegen der Corona-Krise nicht möglich.

#mvorfreude - heute träumen, später reisen

#mvorfreude heisst die Digital-Kampagne, die die Zeit bis Reisen wieder möglich ist, überbrücken soll. Die Botschaft: Schick die Gedanken in den Urlaub – und komm bald nach! Mecklenburg-Vorpommern will so mit den Gästen in Kontakt bleiben und die Reisepause über die Plattform www.auf-nach-mv.de/vorfreude ein wenig kurzweiliger machen.

„Durch die Plattform müssen Gäste nicht vollends auf Mecklenburg-Vorpommern verzichten. Über Bilder und Videos können sie nah dran sein – an Meer und Seen, Kreidefelsen und Küstenwäldern, Backsteinbauten und Bädervillen sowie natürlich an den vielen Gastgebern.“, sagt Tobias Woitendorf vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

Szenario für den Tourismus-Neustart

Parallel wird überlegt, wie der Tourismus wieder in Gang gebracht werden kann. Ein Szenario für eine schrittweise Öffnung ab Mai wird entwickelt. Ein Strategiepapier enthält Ideen und Vorschläge für einen geregelten, in Phasen laufenden Reise-Neustart bis zum Sommer 2020.

Die „Lösungsskizze für den Neustart des Tourismus in MV“ basiert auf der Stellungnahme von knapp 80 Organisationen und Unternehmen. Das Papier enthält ein nach Angebotskategorien und Personengruppen detailliertes Szenario für den Neubeginn im Tourismus. Enthalten sind auch Überlegungen zu Schutz- und Hygienevorkehrungen für einzelne Bereiche sowie erste Einschätzungen zu Risiken bestimmter Maßnahmen.

„Wir brauchen jetzt mehr Klarheit über die ersten Schritte der Lockerung und berechenbare Perspektiven für Tourismuswirtschaft, Bevölkerung und Gäste. Große Teile der Branche befinden sich in ärgsten Nöten. Nach der letzten Entscheidung zwischen Bund und Ländern hat es einen Stimmungsumschwung gegeben, weil kein Fahrplan oder Ansatz für Tourismus und Gastgewerbe in Aussicht gestellt wurde“, so Tobias Woitendorf.

Gesundheit steht an 1. Stelle

Der Gesundheitsschutz aller steht bei allen Überlegungen an erster Stelle. Touristische Betriebe sollen schrittweise und behutsam wiedereröffnet werden. Bei der Gruppe der Reisenden solle zunächst mit Einheimischen begonnen werden. Bei allmählichen Lockerungen des aktuell geltenden bundesweiten Verbots von touristischen Reisen könnten dann später auch Gäste aus anderen Regionen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen.

Stufenplan: Wiederanfahren des Tourismus

Pauschale Quoten und Abstufungen nach Beherbergungsarten werden von den Verbänden nicht empfohlen. Spätestens zu den Sommerferien solle idealerweise ein Öffnungszustand erreicht sein, der es den allermeisten touristischen Unternehmen im Land ermöglicht, unter den Rahmenbedingungen der Pandemie wirtschaftlich zu arbeiten.

Berechnet worden ist im Zusammenhang mit der bundesweiten Einschränkung des Reisens auch das Volumen möglicher und in dieser Situation anzunehmender Reisen von Mecklenburgern und Vorpommern im eigenen Land in den ersten Phasen.

Urlaub in der eigenen Region

Demnach könnten in einem realistischen Szenario für Mai und Juni etwas mehr als zwei Millionen Übernachtungen von Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern zu Stande kommen – etwa ein Viertel der üblichen Menge.

„Dies zeigt, dass wir nicht lange und längst nicht vollständig aus der Kraft des eigenen Landes leben können. Die ersten Phasen können daher natürlich nur ein Anfang sein“, sagte Tobias Woitendorf.

Ein interessantes Szenario – die Zeit wird zeigen, welche Art von Reisen und in welchem Umfang möglich sein werden. Bis dahin gilt: Schick die Gedanken in den Urlaub – und komm bald nach!


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