USA: Massachusetts Leuchttürme entdecken

Leuchtturm-Tour durch Massachusetts
Leuchtturm-Tour durch Massachusetts (Quelle: Massachusetts Office of Travel & Tourismus)

USA: Massachusetts Leuchttürme entdecken

(rf) Iolle Landschaften, Outdoor-Abenteuer, günstiges Shoppen, fangfrischen Fisch und Seafood, erstklassige Sportveranstaltungen und einen schier unerschöpflichen kulturellen Reichtum. Ob die Küste für einen relaxten Strandurlaub oder Parks, Berge und Flüsse zum Wandern, Biken, Kanufahren oder Wildwassertouren – Massachusetts bietet für jeden Geschmack das Richtige. Auch für Grusel-Fans: In diesem US-Bundesstaat spukt es nicht nur zu Halloween. In zahlreichen Leuchttürmen an den Küsten des Bay State warten ganzjährig schauerliche Geschichte voller Geister und Geheimnisse auf Besucher.

Boston Light auf Little Brewster Island im Hafen von Boston ist der erste und älteste Leuchtturm in den USA. Dieser wurde bis 1998 noch von einem Wächter der US Coast Guard betreut. Das dreistündige Abenteuer beginnt mit einer geführten Schiffstour, auf der man etwas über die maritime Geschichte der Boston Harbor Islands erfährt. Auf dem Weg zum Boston Light passiert man zwei weitere historische Lighthouses. In Little Brewster Island erklimmt man die 76 Stufen und zwei Leitern des Boston Light, und der Spuk beginnt: Amerikas erster Leuchtturmwärter, George Worthylake, ertrank 1718 mit Frau und Tochter, als ihr Kanu direkt vor der Küste kenterte – wer ganz still ist, hört immer noch ihre Schritte in dem alten Gemäuer. Mysteriös! Touren werden bis Ende September freitags, samstags und sonntags um 9:30 und um 13:00 Uhr angeboten. (bostonharborislands.org)

Salem nördlich von Boston hat durch die unrühmliche Geschichte der Hexenprozesse Geschichte gemacht. Doch mindestens genauso gruselig ist es knapp zehn Kilometer vor der Küste auf Baker’s Island: Der dortige Leuchtturm besaß eine Glocke, die bei Nebel Seeleute warnte, bis sie eines Tages einem Blitzschlag zum Opfer fiel. Doch 17 Jahre später war plötzlich wieder das Läuten der Glocke zu vernehmen – und dann brachte eine riesige Wasserhose ein Boot zum Kentern und forderte mehrere Menschenleben! Heute kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen: Man hört die Glocke, ohne dass Gefahr auf See droht. Gruselig! Das Lighthouse ist zwar nicht öffentlich zu besichtigen, aber vom Salem Willows Park und von Winter Island in Salem ebenso gut zu sehen wie vom Chandler Hovey Park auf der Halbinsel Marblehead Neck. (newenglandlighthouses.net/massachusetts.html)

Auch in der Nähe von Marblehead Light an der Küste nördlich von Boston spukt es: Gut einen Kilometer entfernt findet sich ein kleiner, steiniger Strand namens Screeching Lady Beach, über die Front Street in der Altstadt schnell zu erreichen. Lovis Cove wird dieser Küstenabschnitt auch genannt, hier steht das The Barnacle Restaurant, eine wahre Institution in Marblehead, über das schon in so manchem Nor’easter, den heftigen Stürmen aus dem Nordosten, die Brecher niedergegangen sind. Der Name des Strandes geht indes zurück auf ein altes Gespenst, das die einheimischen Fischer nur die Screeching Lady nannten: eine Frau, die im 17. Jahrhundert in die Gewalt von Piraten geriet. Bevor sie am Strand starb, konnte man bis nach Marblehead ihre markerschütternden Schreie hören. Manche Einheimischen versichern glaubhaft, jedes Jahr an ihrem Todestag könne man vom Strand wieder ihre Schreie vernehmen. Schaurig! Der Strand und der Leuchtturm von Marblehead sind öffentlich zugänglich.

Der erste Leuchtturmwärter auf Bird Island in Marion soll ein Pirat namens William Moore gewesen sein. Weil er bei der Regierung hoch verschuldet war, wurde er 1819 auf die Insel verbannt. Seine Frau, die an Tuberkulose litt, starb auf der Insel – Gerüchten zufolge wurde sie von Moore ermordet. Der Legende nach soll der Geist einer alten, gramgebeugten Frau Nacht für Nacht an die Tür des Leuchtturms klopfen. Gespenstisch! Der Leuchtturm ist nicht öffentlich zugänglich, aber vom Boot aus zu sehen. (newenglandlighthouses.net/bird-island.html)

Amerikas ältester hölzerner Leuchtturm in Plymouth an der Küste südlich von Boston stammt aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges vor mehr als 200 Jahren und ist vermutlich eines der verwunschensten Gebäude der USA. Viele glauben, dass der Geist der Frau eines ehemaligen Turmwärters, die auf die Rückkehr ihres Mannes wartet, durch die Räume spukt. Während des Unabhängigkeitskriegs wachte sie jeden Abend am Fenster und hielt Ausschau nach ihrem Mann, der als Soldat diente. Auch heute, so sagt man, sieht man immer wieder ihren Schatten am Fenster auftauchen und schnell wieder verschwinden. Geheimnisvoll! Der nicht öffentlich zugängliche Leuchtturm ist von Duxbury Beach gut zu sehen. (lighthouse.cc/plymouth)

Schon der erste Wärter von Minot’s Ledge in Scituate südlich von Boston warnte seine Vorgesetzten, der Leuchtturm sei „instabil“ – vergebens: Der gute Mann quittierte nach nur 14 Monaten seinen Dienst. Sein Nachfolger ließ sich eines Tages an Land rudern und seine zwei Gehilfen allein zurück. Nur wenig später fielen beide einem heftigen Orkan zum Opfer – und der Spuk begann: geheimnisvolle Schatten, nächtliches Geflüster und ein sanfter Klaps auf die Schulter, das Signal der Gehilfen bei der Ablösung nach Schichtende. Viele Leuchtturmwärter wurden wahnsinnig durch die gruseligen Berührungen und das unheimliche Geflüster. Und noch etwas: Angeblich sind die vom Möwendreck verschmutzten Fenster immer wieder plötzlich wie von Geisterhand blitzblank geputzt. Rätselhaft! Der Leuchtturm ist nicht zu betreten, man kann ihn jedoch sowohl vom Boot aus als auch von der Küste in Cohasset und Scituate gut erkennen. (lighthouse.cc/minots/index.html)

Weitere Informationen unter massvacation.de/index.php/routen/route2-die-leuchtturm-route.


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