Laternenfestival in Taiwan

Laternenfestival in Taiwan

(rf) 2012 ist nach der chinesischen Astrologie das „Jahr des Drachen“ und der gilt in ganz Asien als großer Glücksbringer. Das Neujahrsfest wird am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, der in diesem Jahr auf den 23. Januar des gregorianischen Kalenders fällt, gefeiert. Taiwan befindet sich dann in einem Fest-Marathon: Gefeiert wird ganze zwei Wochen und fast jeden Tag gibt es ein Ritual zu befolgen.

Die Neujahrsfeiern haben ihren Ursprung vermutlich in einem uralten Mythos. Der Legende nach wurde die Menschheit einst von einem Ungeheuer namens Nian bedroht, dessen Name „Jahr” bedeutet und das an jedem ersten Tag eines neuen Jahres die Ernte, das Vieh und sogar die Menschen fraß. Um es zu beschwichtigen, stellte man ihm Futter vor die Haustür. Außerdem glaubte man, das Monstrum fürchte sich vor Feuer, Lärm und der Farbe Rot, und so lag es nahe, dass man es genau damit fernzuhalten versuchte: mit Feuerwerk und roten Laternen. Mit der „Vertreibung des Ungeheuers”, guonian, verscheuchte man zugleich das alte Jahr und hieß das neue – bunt und lärmend – willkommen. Zu dem Erfolg gratuliert man sich auch heute noch gegenseitig mit der Formel gong xi – allerdings erst am zweiten Tag.

Die offiziellen Feierlichkeiten finden vom 6. bis 19. Februar 2012 in Lukang statt. In jedem Fall beeindruckend wird die offizielle große Drachenlaterne in Lukang sein: 20 Meter hoch und 40 Tonnen schwer. Damit ist sie die größte in der hundertjährigen Geschichte des Festivals. Aber das ist nicht der einzige Superlativ. Erleuchtet wird sie von 200.000 supermodernen, energiesparenden LED-Lampen, was den Riesendrachen gleichzeitig zum effizientesten auf dem Festival macht.

Am Abschluss der Neujahrsfeierlichkeiten steht jedoch noch einmal ein Höhepunkt: das Frühlings- oder Laternenfest, yuan xiao jie. Abends ziehen die Kinder – ähnlich wie am deutschen Martinstag – mit Laternen durch die Straßen, doch auch die Kommunen sorgen in dieser Nacht für bunte Unterhaltung mit diversen Veranstaltungen, an denen sich die Einheimischen ebenso erfreuen wie die Besucher Taiwans.

Die Menschen glaubten in früheren Zeiten, dass man die Himmelsgeister im Licht des ersten Vollmonds des neuen Jahres umherfliegen sehen könne. Mit der Zeit entwickelte sich ihre von Fackeln erhellte Suche nach Geistern zum Laternenfest, das heute in Tempeln und Parks mit bunten Lampions gefeiert wird. Das Laternenfest in Taipei (Taipei Lantern Festival) bei der Chiang-Kai-shek-Gedenkhalle ist berühmt für seine unzähligen, meisterhaft gestalteten Lampions, seine Drachen- und Löwentänze, für Volkskunstvorführungen, akrobatische Vorstellungen und feierliche Tempelprozessionen. Diese großartige, dreitägige Präsentation chinesischer Kultur zieht jedes Jahr Millionen von Schaulustigen an. Aber natürlich wird auch in den anderen Städten groß gefeiert und der Himmel mit fantastischen Lampions erhellt.

Weitere Informationen unter www.taiwantourismus.de.

(Quelle: Taipei Tourism Office)


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