Seemannsgarn: Geschichten vom Meer und mehr ...

Seemannsgarn: Geschichten vom Meer und mehr ...

(rf) Wer an der Nordseeküste Urlaub hat, wird schnell merken – hier wird zuweilen gerne Seemannsgarn gesponnen. Das sind Geschichten, die irgendwo zwischen Wahrheit und Fiktion liegen. Stets ein wenig unglaubwürdig, aber ernst erzählt. Man weiß nie, woran man ist ... Und genau so soll es sein!

In früherer Zeit wurden Leinen und Trosse mit Schiemannsgarn umwickelt, welches aus altem Tauwerk gewonnen wurde. Schiemannsgarn spinnen war eine eintönige Aufgabe. Weil sie auf Segelschiffen meist so langweilig war, erzählten sich die Seeleute dabei so allerlei. Mit der Wahrheit wurde es dabei zuweilen nicht so ernst genommen. Mit der Zeit bekam Schiemannsgarn spinnen eine neue Bedeutung: Geschichten wurden zur Hauptsache, die dabei getane Arbeit zur Nebensache.

Seemannsgarn erzählt man heute gerne bei Lesungen, Stadtführungen oder Wattwanderungen. Zahlreiche Geschichten ranken sich um den „Blanken Hans“, in der Seemannssprache die Bezeichnung, wenn Sturmfluten die Deiche bedrohen. Eines der bedeutendsten Werke zum Blanken Hans stammt von Detlev von Liliencron: „Trutz, Blanke Hans“. In dem Gedicht wird der Untergang Rungholts beschrieben. Ein Ort, um den sich viele Mythen und viel Seemannsgarn ranken. Das kleine, nordfriesische Hafenstädtchen war ein bedeutender Handelsort auf Strand. Bei den beiden großen Sturmfluten 1362 und 1634 ging ein Großteil der Insel Strands inklusive Rungholt unter, übrig blieben die heutigen Inseln Pellworm, Nordstrand sowie die Halligen. Noch heute findet man Reste der versunkenen Stadt Rungholt, die Legenden und eine Menge Seemannsgarn fördern. (www.lust-auf-nordstrand.de/?page_id=3051)

Früher wurde vieles nur mündlich überliefert. Das ein oder andere wurde der Geschichte hinzugefügt, anderes weggelassen – egal, ob es der Wahrheit entsprach. Zahlreiches lässt sich durch unterschiedliche historische Unterlagen belegen und entpuppt sich erstaunlicherweise als wahr. Wer mal das Spiel „Stille Post“ gespielt hat, weiß wovon die Rede ist. In Wesselburen gibt es von beiden Arten mehrere Geschichten zu berichten. So soll es in dem vermutlich ältesten Haus in Wesselburen einen Schatz gegeben haben, den Luzifer persönlich bewachte: Die Kammer und den Schatz aber hat man bis heute nicht gefunden. Diese und weitere Geschichten hinter der Geschichte erfahren Besucher auf der historischen Stadtführung in Wesselburen. (www.wesselburen-ferien.de/mach-mit/historische-stadtfuehrung.html)


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