Anne Ruhr - Freizeittipps für den Pott

Werksschwimmbad der Zeche Zollverein in Essen
Werksschwimmbad der Zeche Zollverein in Essen ( Foto: Matthias Duschner / Stiftung Zollverein)

Anne Ruhr - Freizeittipps für den Pott

Tief im Westen: Wo einst Schlote qualmten, sind grüne Lungen entstanden. Zugleich wurde die Industriekultur gewahrt. Überall Spuren einer großen Vergangenheit aus Kohle und Stahl. Über 3500 Industriedenkmäler spiegeln die bewegte Geschichte der Metropole Ruhr.

Ehemalige Zechen, Stahlwerke oder Gasometer sind zu eindrucksvollen Orten für Freizeit und Kultur geworden. Haldenpanoramen vor spektakulärer Kulisse. Idyllische Zechensiedlungen. Überwachsene Industriegelände, weite Kanäle.

Abseits der Revier-Highlights kann man sich auf ungewöhnliche Entdeckungstour begeben und auf unbekannteren Pfaden das Ruhrgebiet entdecken.

Drohnenflug über die Halde Rheinelbe
Drohnenflug über die Halde Rheinelbe (Foto: RVR/Wiciok)

Landschaftspark Mechtenberg/Rheinelbe

Zwischen Eiszeit und Revier-Kultur

Rund 80 Meter hoch ist der Mechtenberg, eine der wenigen natürlichen Erhebungen im Pott. Obendrauf thront die 16 Meter hohe Bismarcksäule. Von oben hat man einen guten Blick auf den Förderturm der Zeche Bonifatius sowie auf Äcker und Felder bis hin zur Halde Rheinelbe, der zweiten Erhebung im Städtedreieck Gelsenkirchen, Essen und Bochum.

Die Halde bildet quasi den Gegenpol zum Hügel aus der Eiszeit. Obendrauf die Himmelstreppe des Künstlers Herman Prigann. Der Industriewald darunter entwickelt sich wild und ist wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten geworden. Im Wald sind weitere Prigann-Skulpturen intergiert.

Der Landschaftspark Mechtenberg/Rheinelbe hat sich zu einem Erholungsraum entwickelt. Ideal zum Wandern und Radfahren. Zu jeder Jahreszeit gibt es was zu entdecken: Rapsblüte im April, Obstblüte im Mai, verschiedene Getreide, Wildblumen und Insekten im Sommer. Neuerdings gibt es elf Lockpfosten. Diese Stelen stellen Menschen vor, die den Park besuchen. Alle eint die Liebe zur frischen Luft im Grünen.

Infos: www.mechtenberg.rvr.ruhr

Panoramablick über den Heidesee
Panoramablick über den Heidesee (Foto: RVR/Wiciok)

Waldbaden am Heidesee und in der Kirchheller Heide

Der aus Kiesabgrabungen entstandene Heidesee in Bottrop hat sich zu einem wahren Biotop entwickelt. Der See bietet Kormoranen, Grau- und Silberreiher sowie zahlreichen Enten- und Gänsearten einen idealen Lebensraum.

Ebenso wie die Kirchheller Heide Teil großen Waldgebietes, das zu großen Teilen Naturschutzgebiet ist. Baden im See ist zwar streng verboten, aber Waldbaden ist doch auch schön. Am nördlichen Teil führt ein rund 2,5 Kilometer langer Fußweg entlang des idyllischen Gewässers.

Nicht weit vom See entfernt, gibt es einen großen Waldspielplatz.

Wer länger wandern will, durchstreift die Kirchheller Heide. Abwechslungsreiche Mischwälder, kleine Heidefläche, naturnahe Bäche, Bergsenkungsseen und Moorreste sind die Wegbegleiter.

Infos: naturschutzgebiete.rvr.ruhr

Aussichtsplattform am Beversee in Bergkamen
Aussichtsplattform am Beversee in Bergkamen (Foto: RVR/Wiciok)

Relaxen und spannen am Beversee

Eisvogel, Flussregenpfeifer, Waldschnepfe, Teichrohrsänger, Nachtigall – über 50 Vogelarten gibt es am Beversee in Bergkamen. Entstanden als Folge von Bergsenkungen durch den Kohlebergbau, ist das Naturschutzgebiet Beversee heute Teil der Route Industrienatur.

Entlang des Ufers findet man lauschige Stellen zum Verweilen. Am Südufer können zahlreiche Wasservögel von einer Aussichtsplattform aus nächster Distanz beobachtet werden.

Nach einem Spaziergang um den See, lohnt sich ein Abstecher zum nahe gelegenen Yachthafen Marina Rünthe.

Auch als Ausflugsziel einer Radtour ist der See bestens geeignet. Dieser liegt direkt am Radweg Datteln-Hamm-Kanal.

Infos: www.naturschutzgebiete.rvr.ruhr

NaturForum Bislicher Insel in Xanten
NaturForum Bislicher Insel in Xanten (Foto: RVR/Wiciok)

Biberglück auf der Bislicher Insel

Ein Paradies für Tierliebhaber und Naturfotografen ist die Bislicher Insel in Xanten. Das rund 1.000 Hektar große Gebiet liegt in einer Altrheinschlinge und ist eine der letzten naturnahen Auenlandschaften am Niederrhein. Die Vegetation lebt von den regelmäßigen Überflutungen des Rheins.

Das Areal ist ein bedeutsames Vogelrastgebiet und steht unter Naturschutz. Jahr für Jahr überwintern in den Auen bis zu 25.000 arktische Gänse - ein Spektakel, das nicht nur Ornithologen begeistert. Es ist zudem die einzige Brutstätte für Seeadler in NRW. Mit ein bisschen Glück sieht man in den Abendstunden Biber. Fernglas unbedingt mitnehmen.

Als Ausgangspunkt einer Erkundungstour eignet sich das NaturForum Bislicher Insel. Die Landschaft kann per Pedes oder auf dem Drahtesel erkundet werden. Das RVR-Besucherzentrum in den Gebäuden des Eyländer Hofs informiert über das Leben am und im Wasser. Herzstück ist die Dauerausstellung "Auenlandschaften".

Infos: www.bislicher-insel.rvr.ruhr


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