Italien: Advents-Klöckelsnocht im Sarntal

Italien: Advents-Klöckelsnocht im Sarntal

(Quelle: TV Sarntal)

(rf) Fast könnte man sich erschrecken, wenn man sie sieht, die Klöckler - wie sie mit ihren wilden Kostümen lärmend durch die Nächte des Sarntals ziehen. An allen drei Adventdonnerstagen (2., 9. und 16. Dezember 2010) macht sich eine Gruppe von Männern in der Dämmerung auf und läuft mit handgefertigten Masken und alter Sarner Werkstracht verkleidet, mit lauten Bockhörnern ausgestattet, durch die Straßen des Südtiroler Tals. Jeder im Sarntal wartet an diesen Tagen mit Spannung auf die Klöckler. Egal ob alt oder jung, das Gefühl bleibt das Gleiche - im Magen herrscht an diesen Abenden für Groß und Klein eine Mischung aus Mulmigkeit vor den gruselig kostümierten Gestalten und freudiger Aufregung über die lebendige Tradition. Dann ist es endlich soweit: Energisch und begleitet von lautem Getöse klopfen sie an die Tür und bitten mit dem Klöckel-Lied um "SpeisŽ und Trank". Die so genannten Zussler, zwei Männer aus der Gruppe, die als Ehepaar verkleidet sind, bilden die Vorsprecher der Klöckel-Kutt (Gruppe). Mit den Worten "heint isch ins a heilige Klöckelsnocht" stimmt die Klöckelgruppe das bekannteste Lied des wohl ältesten Sarner Brauches an, der sich bis heute in unverfälschter Form erhalten hat. Früher war Klöckeln noch im ganzen Alpenraum verbreitet, heute wird dieser Brauch nur noch in wenigen Tälern gepflegt - selten aber so urtümlich und lebendig wie im Sarntal. "Klöckeln, klöpfeln - was ist das eigentlich für ein Wort?" fragt man sich. Der Name leitet sich von "klocken" ab, was im Sarner Dialekt nichts anderes bedeutet als "klopfen". Der Brauch lebt also seinen Namen. Weitere Informationen unter www.sarntal.com.