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Lanzarote

Biosphärenreservat Lanzarote
Biosphärenreservat Lanzarote (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Kanaren-Insel Lanzarote

Auf Lanzarote, der östlichsten der Kanarischen Inseln, herrscht ganzjährig ein mildes, warmes Klima. Eine Insel der Gegensätze. Feurige, schwarze Vulkane und erfrischendes Meer, grüne Palmen und karge Mondlandschaft, dunkelroter Wein und schneeweiße Häuser. Der Künstler César Manrique prägte Kunst, Kultur und Tourismus der viertgrößten Kanaren-Insel maßgeblich.

Die raue Vulkanlandschaft ist einzigartig. Die UNESCO erklärte die gesamte Destination 1993 zum Biosphärenreservat. Zudem besitzt die Insel 13 Naturschutzgebiete. Um das Naturerbe zu erhalten, engagiert sich Lanzarote verstärkt für nachhaltigen Tourismus.

Lanzarote ist eine Insel für Aktive: Radsport, Wassersport, Outdoorsport. Es gibt zahlreiche Trainingscamps und international bekannte Sport-Events, wie Ironman Lanzarote. Die drei größten Touristenzentren sind Puerto del Carmen, Costa Teguise und Playa Blanca.

Reisevideo Lanzarote

César Manrique – Gesicht der Insel

Niemand hat Lanzarote so geprägt wie der Künstler César Manrique (1919-1992). Ihm ist es gelungen, die ganze Insel zu einer Art Gesamtkunstwerk zu entwickeln, bei der die Harmonie von Mensch und Natur im Vordergrund steht. So bewirkte er zum Beispiel, dass keine hohen Häuser, Strommasten oder Werbetafeln das Landschaftsbild stören und sich alle Neubauten der traditionellen Architektur anpassen. Das „Casa-Museo César Manrique“ in Haría, letztes Domizil des Künstlers, ermöglicht einen Blick auf Leben und Werk.

  • Jameoes del Agua: blaue Lagune mit Südseeflair (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)
  • Jameoes del Agua: unterirdischer Salzsee (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Vulkanhöhlen Jameos del Agua

Natur trifft Design: Im Norden der Insel liegt die Kunst- und Kulturstätte Jameos del Agua. Ein teilweise eingestürztes Lavaröhrensystem, das beim Ausbruch des Vulkans La Corona vor gut 5.000 Jahren entstand. Zu den Höhepunkten des weitläufigen Höhlen- und Röhrensystems zählen die von César Manrique angelegte blaue Lagune mit Südseeflair sowie ein unterirdischer Salzsee. Darin lebt eine weiße Albino-Krebsart, die normalerweise nur in Meerestiefen von gut 2.000 Metern zu finden ist. Eine der Grotten verwandelte der Inselkünstler in einen unterirdischen Konzertsaal mit über 600 Sitzplätzen. Infos: www.cactlanzarote.com

Jardín de Cactus in Guatiza im Osten Lanzarotes
Jardín de Cactus in Guatiza im Osten Lanzarotes (Foto: Turismo Lanzarote)

Jardín de Cactus

4.500 Kakteen in verschiedenen Formen, Farben und Größen aus aller Welt hat César Manrique im Jardín de Cactus in Guatiza im Osten Lanzarotes zusammengetragen. Stets darum bemüht, Natur und Kunst harmonisch zu vereinen, legte er den Park in Form eines Amphitheaters in einem ehemaligen Steinbruch an. Neben den stacheligen Pflanzen zieren Teiche und bizarre Steinsäulen die Landschaft. Von der restaurierten Windmühle aus dem 18. Jahrhundert hat man den Panoramablick über die gesamte Anlage. Infos: www.cactlanzarote.com

Restaurant am Strand von Caleta de Famara
Restaurant am Strand von Caleta de Famara (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Fischerdorf Caleta de Famara

Weiß getünchte Häuser mit blauen Fenstern und Türen reihen sich in Caleta de Famara entlang sandiger Gassen. Das typisch kanarische Fischerdorf in Lanzarotes Nordwesten grenzt direkt an die Playa de Famara – mit sechs Kilometern längster Strand der Insel. Dank optimaler Wind- und Wellenbedingungen insbesondere bei Surfern beliebt, besticht der kleine Ort vor allem durch seine lässige Atmosphäre. Auf den Speisekarten der zahlreichen Bars und Restaurants steht vor allem fangfrischer Fisch. Infos: turismoteguise.com/de/dorf-caleta-de-famara.php

Casa Omar Sharif

Wie sich Architektur harmonisch in die Landschaft fügen kann, zeigen Hotel, Restaurant und Museum der Casa Omar Sharif, ehemaliger Besitz des 2015 verstorbenen Schauspielers. In einen alten Steinbruch gebaut, schmiegt sich das Anwesen an die steile Felswand. Umgeben von Gärten und Höhlen befinden sich das Wohnhaus (jetzt Museum), zwei Apartments, ein Restaurant sowie die Höhlenbar La Cueva. Diese erreicht man über einen weiß getünchten Gang, in dem Holzplatten auf dem Wasser schweben – eine außergewöhnliche Location in Lanzarotes Norden. Infos: www.lag-o-mar.com

La Geria entlang der Weinroute

Lanzarotes Vulkanerde erfordert eine besondere Anbaumethode: So weit das Auge reicht, wachsen im Weinbaugebiet La Geria im Inselinnern einzelne Reben in Mulden schwarzer, fruchtbarer Lava-Asche. Dadurch wird das kleinste Tröpfchen Wasser gespeichert. Ein halbrunder Steinwall um jeden Minikrater schützt zudem vor Wind. Diese nahezu surreal wirkende Landschaft ist so einzigartig, dass das Museum of Modern Art in New York City sie in den 1960er-Jahren zum Gesamtkunstwerk erklärte. Die Gegend lässt sich am besten entlang der Weinroute entdecken: Dort befinden sich mehrere Bdegas, die zur Verkostung der lokalen Tropfen einladen.

Traditionshandwerk im Casa-Museo del Campesino
Traditionshandwerk im Casa-Museo del Campesino (Foto: Alejandro Acuna / CACT Lanzarote)

Kunsthandwerk selbst erstellen

Keramik, Hüte, Teppiche, Lederwaren - Handwerkskunst spielt bis heute eine wichtige Rolle auf Lanzarote. In vielen kleinen Manufakturen werden Produkte auf traditionelle Weise hergestellt. Wie das ursprüngliche Leben und Arbeiten auf der Insel aussah, erfährt man im Casa-Museo del Campesino im Zentrum der Kanareninsel. Im Innenhof des Museums reihen sich kreisförmig Schauwerkstätten verschiedener Handwerker aneinander. Dort kann man den Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Man erfährt, welche Fähigkeiten und Techniken zur Herstellung nötig sind.

In kurzen Workshops (20-30 Minuten) kann man unter Anleitung lokaler Experten inseltypische Unikate selbst herstellen. Der Museumseintritt ist frei. Die Teilnahme an einem Workshop kostet ab drei Euro pro Person. Details unter www.cactlanzarote.com/de/cact/casa-museo-del-campesino/

Impressionen von Lanzarote (Fotos: Andrea Quaß)

Aktiv auf der Insel der 100 Vulkane

Milde Temperaturen und eine abwechslungsreiche Landschaft machen Lanzarote zur beliebten Ganzjahres-Sportdestination. Aktivurlauber können durch bizarre Vulkanlandschaften wandern oder Ausritte zu Pferd oder auf Kamelen unternehmen. Die Insel eignet sich zudem gut für Rennrad- und Mountainbike-Touren. Nachhaltiger Sport-Tourismus wird großgeschrieben - für Profis und Amateure gleichermaßen. Seit Jahren gehört die Kanareninsel zu den renommiertesten Hot-Spots der internationalen Sportlerszene. So wird auf der Insel seit 1992 die nach Hawaii zweitgrößte Ironman-Veranstaltung der Welt ausgetragen.

Kamel-Trekking auf Lanzarote
Kamel-Trekking auf Lanzarote (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Wandern durch Feuerberge und Lavameer

Die abwechslungsreiche Landschaft lässt sich ideal zu Fuß erkunden. Es gibt rund 460 Kilometer Wanderwege, die sich über die Insel erstrecken. Die Touren führen vorbei an Lavafeldern, durch Weingärten oder entlang weißer Strände. Ob gemütlicher Küstenspaziergang oder anspruchsvolle Bergtour – für jeden ist etwas dabei.

Nationalpark Timanfaya (Fotos: Andrea Quaß)

Nationalpark Timanfaya

„Insel der 100 Vulkane“ wird Lanzarote auch genannt. 125 gibt es von ihnen. Sie verleihen dem Eiland ihr bizarres Äußeres, einer Mondlandschaft gleich. Im Nationalpark Timanfaya etwa prägen bizarre Felsformationen, gewaltige Kraterlöcher und mehr als 30 Vulkankegel die kilometerweite Lavalandschaft. Bei einer geführten Wanderung durch scheinbar endlosen Lavafelder spürt man den vulkanischen Ursprung auf Schritt und Tritt. Zwar erfolgte der letzte Ausbruch vor 200 Jahren, doch in nur sechs Metern Tiefe herrschen noch Temperaturen von 400 Grad. Die enorme Hitze macht sich das Restaurant „El Diablo“ zunutze: Dort brutzelt Fleisch auf einem Vulkangrill.

Individuelle Wanderungen sind im Nationalpark nicht erlaubt. Bei der drei Kilometer langen Wanderung „Ruta de Termesana“ mit maximal acht Teilnehmern erfährt man mehr über den vulkanischen Ursprung und Wissenswertes zu lokalen Tier- und Pflanzenarten. Der Schwierigkeitsgrad ist leicht. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Die begleiteten Touren sind kostenlos. Eine Anmeldung ist vorab erforderlich unter www.reservasparquesnacionales.es

Vulkanlandschaft auf Lanzarote
Vulkanlandschaft auf Lanzarote (Foto: Andreas Weibel)

Von Nord nach Süd auf der GR 131

Einmal quer durch Lanzarote: die 72 Kilometer lange Wanderroute „GR 131“ verbindet Órzola, nördlichste Ortschaft der Kanareninsel, mit dem Badeort Playa Blanca ganz im Süden. Auf den fünf Einzel-Etappen entdeckt man einige der sehenswertesten Plätze Lanzarotes, so etwa den Peñas del Chache, mit 670 Metern höchster Gipfel des Famara-Massivs. Von dort reicht der Blick über die Feuerberge und den Atlantik bis zum Nachbareiland La Graciosa. Der Weg passiert grüne Palmenoasen und die im inseltypischen Stil erbaute Wallfahrtskapelle Ermita de Las Nieves. Anschließend geht es durchs Weinanbaugebiet La Geria, wo die Winzer ihre Reben in Mulden aus Vulkanasche kultivieren. Vom Städtchen Yaíza gelangt man über einen flachen Pfad zum Zielort Playa Blanca mit seinen weißen Sandstränden. Der Schwierigkeitsgrad der Wandertour ist einfach bis mittel.

Haría im Norden Lanzarotes
Haría im Norden Lanzarotes (Foto: Andreas Weibel)

Bergtour im Norden der Insel

Im Inselnorden kann auf einer zwölf Kilometer langen Bergtour Lanzarotes höchste Bergkette Risco de Famara erkundet werden. Vom Städtchen Teguise folgt man dem Weg bis zur Wallfahrtskapelle Ermita de las Nieves auf 648 Metern. Dort hat man eine 360-Grad-Panorama-Sicht – teilweise bis zum Nachbar-Eiland La Graciosa. Ein paar Kilometer weiter am Picknickplatz El Bosquecillo hat man erneut eine unverbaute Sicht auf die steil abfallenden Klippen des Bergmassivs. Durch die Schlucht Barranco del Malpaso gelangt man dann hinab ins „Tal der Tausend Palmen“ mit dem Dorf Haría. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel. Die Wanderung dauert ca. vier Stunden.

Weinbaugebiet La Geria im Inselinnern
Weinbaugebiet La Geria im Inselinnern (Foto: Jeziel Martín)

Per Pedes durch Weinberge

Wer lieber durch Weinberge wandert, kann dies auf der Route PR LZ 40.1 vom Städtchen Tías bis nach Uga, quer durch das Weinbaugebiet La Geria im Inselinnern. Dort entwachsen tausende grüne Reben kleinen Mulden schwarzer Lava-Asche, die zusammen ein eindrucksvolles geometrisches Muster ergeben. Die 17 Kilometer lange Strecke verläuft über mehrere Anhöhen, von wo sich der Blick auf die gesamte Ebene eröffnet. Rund fünf Stunden ist man unterwegs. Der Schwierigkeitsgrad ist leicht.

Mountainbiken auf Lanzarote
Mountainbiken auf Lanzarote (Foto: Ismael Ibanez)

Die Insel vom Sattel aus erkunden

Rund 385 Kilometer Radwege gibt es – von der Anfängerroute entlang der Küste bis zum anspruchsvollen Ironman-Bergtrail. Ob Up- oder Downhill, Single Trails oder asphaltierte Passagen – rund 200 Kilometer Fahrspaß und abwechslungsreiche Touren gibt es für Mountainbiker. Für Rennradler stehen sechs Touren zwischen Lava und Lagunen zur Verfügung. Radsport-Pakete sind bei den zahlreichen Sporthotels der Insel buchbar.

Famara-Strand als Landeplatz für Gleitschirmflüge
Famara-Strand als Landeplatz für Gleitschirmflüge (Foto: Turismo Lanzarote / LFC)

Gleitschirmfliegen zwischen Vulkanen und Meer

Aus der Vogelperspektive ist die Einzigartigkeit der Insel besonders gut zu betrachten. Vor Ort herrschen optimale Bedingungen für Gleitschirmfliegen. Zwischen 50 und 1.500 Meter über dem Meeresspiegel können Luftsportler je nach Absprungort und Thermik erreichen.

Zu den wichtigsten Regionen für Tandemflüge zählt Famara nördlich von Teguise mit drei Startplätzen auf unterschiedlichen Höhen, darunter Chimidas. Entlang der mächtigen, mehrere hundert Meter in den Himmel ragenden Steilküste geht der Panoramaflug Richtung Mirador del Río, die Landung erfolgt am Famara-Strand. Wer etwas Übung hat, kann von dort sowie von Órzola im Norden sogar über die Meerenge bis auf Lanzarotes Nachbarinsel La Graciosa fliegen.

An zahlreichen Absprungplätzen kann man fast das ganze Jahr in die Lüfte steigen. Als beste Zeit gelten die Monate von Oktober bis April. Anfänger können Lanzarote von oben gemeinsam mit einem Tandempiloten Lanzarote entdecken. Die Flüge dauern zwischen 20 und 60 Minuten und kosten pro Person ab 100 Euro. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Playas de Papagayo - sieben windgeschützte Buchten
Playas de Papagayo - sieben windgeschützte Buchten (Foto: Turismo Lanzarote / David GP)

Sand satt: Playas de Papagayo

Im Süden Lanzarotes nahe des Touristenzentrums Playa Blanca liegen die Playas de Papagayo. Insgesamt sieben windgeschützte Buchten reihen sich entlang der Küste, nur durch Lavafelsen voneinander getrennt. Von der Erhebung südlich des Strands Playa Mujeres bietet sich ein besonderes Fotomotiv: türkisfarbenes Wasser, zerklüftetes Gestein, goldener Sand – und hoch oben auf einer der Klippen die Bar El Chiringuito. Dort hat man einen weiten Blick über den Atlantik.

Naturpools Los Charcones de Janubio
Naturpools Los Charcones de Janubio (Foto: Turismo Lanzarote / LFC)

Baden in Naturpools

Glasklares Wasser und freien Blick aufs Meer bieten die Naturpools Los Charcones de Janubio. An der Südwestküste der Kanareninsel liegen die unterschiedlich geformten und gefärbten Becken zwischen rauem Vulkangestein – flach und warm für Familien, tief und abenteuerlich für mutige Felsenspringer. Einige Meerwasserbecken sind sogar über eine am Stein befestigte Leiter zugänglich. Zu erreichen sind diese in rund 20 Autominuten in nördlicher Richtung von Playa Blanca.

Wellenreiter am Strand von La Graciosa
Wellenreiter am Strand von La Graciosa (Foto: Gines Diaz / La Graciosa Canarias)

Hotspot für Kiter und Surfer

Von Ende März bis Ende Oktober ist Hochsaison für Kitesurfer. An Stränden wie der Playa de Famara erleben Kiter dann auf fliegenden Brettern den besonderen Kick. Vor Ort verwandelt sich der Himmel in ein buntes Lenkdrachen-Meer. Vor allem im Osten Lanzarotes wehen kräftige Passatwinde – ideale Bedingungen für Windsurfer. Könner zeigen ihre Tricks vor der Kulisse der Playa de Papagayo sowie nahe der berühmten Höhle Jameos del Agua im Norden der Insel. Anfänger bevorzugen die Playa de las Cucharas bei Costa Teguise.

Marina Rubicon / Playa Blanca
Marina Rubicon / Playa Blanca (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Segelspaß dank Passatwinde

Von Mai bis November weht vor der Küste ein kräftiger Nordost-Passatwind. Ideale Bedingungen für Segler: Mit durchschnittlich 15 bis 20 Knoten treibt dann der Wind die Boote vor sich her. Im Starkwindrevier der Kanaren sind auch die übrigen Monate gut für Segeltörns geeignet – Aussichten auf die Vulkaninsel mit Kratern, Felsen und grünen Regionen inklusive. Wer nicht mit dem eigenen Boot anreist, kann Charterangebote in Anspruch nehmen. Wegen der stabilen und guten Wetterlage ist Lanzarote Austragungsort renommierter Regatten wie etwa der RCC Weltmeisterschaft.

Taucher mit Meerengel (Engelhai)
Taucher mit Meerengel (Engelhai) (Foto: Turismo Lanzarote)

Lanzarotes Unterwasserwelt

Auch unter Wasser offenbart sich die außergewöhnliche Natur der Kanareninsel. Nahezu 100 abwechslungsreiche Spots zeigen die Vielfalt Lanzarotes unter Wasser. An Schiffswracks, zwischen Vulkangestein und bunten Korallenriffen tummeln sich jede Menge exotische Fische und Meeresbewohner. Selbst im Winter wird das Meer selten kälter als 18 Grad und bietet damit Tauchern das ganze Jahr über ideale Bedingungen.

In der „Playa del Jablillo“ bei Costa Teguise etwa kann man schnorcheln und tauchen. Die geschützte Bucht ist für Anfänger geeignet, bereits ab zwei Metern Tiefe zeigen sich Neonriffbarsche, Seespinnen und Stachelrochen. Die landschaftlich reizvolle Schlucht „Richie‘s Place“ vor Puerto del Carmen gilt ebenfalls als geeignet für Anfänger. Mit etwas Glück begegnet man dort Meerengeln, auch Engelhaie genannt. Lanzarote verfügt über eine der weltweit größten Populationen der kleinen und für Menschen ungefährlichen Haiart.

Eine Reise ins Innere eines Vulkans unternehmen erfahrene Taucher an der Küste vor Mala: Dort hat erkaltete Lava eine riesige Röhre, genannt „Ascensor“ (dt. Aufzug), geformt. Wer durch ihn hindurchtaucht, entdeckt die Vielfalt des Terrains unter Wasser. Weitere Hotspots sind Wracks vor den Küsten der Kanareninsel. Bei Puerto del Carmen befindet sich zum Beispiel ein ganzer „versunkener Hafen“. Bis zu sechs untergegangene Schiffe können in einem Tauchgang besucht werden, insbesondere die im flachen Wasser liegenden Wracks sind noch gut erhalten.

Unterwasser-Skulpturenpark
Unterwasser-Skulpturenpark (Foto: CACT Lanzarote / Jason deCaires Taylor)

Erstes Unterwassermuseum Europas

Taucher erleben in zwölf Metern Tiefe eine Ausstellung der besonderen Art: Mehr als 300 Skulpturen, allesamt Nachbildungen realer Menschen, finden sich vor Lanzarotes Küste auf dem Meeresgrund. Vom englischen Künstler Jason deCaires Taylor an Land gestaltet, wurden die Figuren nach und nach versenkt. Der Naturschutz ist dabei Taylors zentrales Anliegen: Seine Werke dienen als künstliche Riffe und begünstigen die Ansiedlung neuer Tier- und Pflanzenarten.


Sonnenuntergang auf der Insel der 125 Vulkane
Sonnenuntergang auf der Insel der 125 Vulkane (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

Die kleinen, wilden Insel-Schwestern

La Graciosa, Montaña Clara, La Alegranza: einsame Vulkanberge, schneeweiße Sandstrände – abseits der Touristen-Routen sind die Inseln des Archipiélago Chinijo, nördlich von Lanzarote gelegen, ein wahres Naturparadies. Der von Wind und Wellen umtoste Naturpark war einst ein beliebtes Piraten-Versteck. Das Fischerdörfchen Caleta del Sebo auf La Graciosa diente Freibeutern als Schlupfwinkel. Der Legende nach soll zwischen Dünen und Vulkankegeln gar ein Goldschatz vergraben sein. Gefunden wurde er bis heute nicht …

Blick vom Mirador del Rio auf La Graciosa
Blick vom Mirador del Rio auf La Graciosa (Foto: Andrea Quaß / Reisefernsehen.com)

La Graciosa

La Graciosa ist ein Ort für Abenteurer und Romantiker. Gerade einmal 600 Menschen leben dort. Asphaltierte Straßen sucht man vergeblich. Im Hafen- und Hauptort Caleta del Sebo verlaufen sandige Straßen zwischen weiß getünchten Häusern. Insel-Erkundungstouren unternimmt man zu Fuß oder per Rad. Rund 30 Kilometer markierte, unbefestigte Wege führen durch versteppte Sandgebiete und vorbei an karibisch anmutenden Buchten in alle Himmelsrichtungen. Auf aussichtsreichen Küstenwegen gibt es wilde Natur satt. Der Playa de las Conchas ist dem schneeweißen Sand ist einer der einsamsten und zugleich schönsten Strände der Kanaren.

Playa de las Conchas, einer der schönsten Strände
Playa de las Conchas, einer der schönsten Strände (Foto: Turismo Lanzarote)

Montaña Clara & La Alegranza

Noch einsamer und wilder sind die anderen vier unbewohnten Inseln im Archipiélago Chinijo. Von Lanzarote aus werden zu zwei der Eilande Tagesausflüge angeboten. La Alegranza beherbergt eines der größten Vogelreservate der Region. Auch Montaña Clara ist Refugium seltener Vogelarten. Die kleinsten Inseln, Roque del Oeste und Roque del Este, sind schroffe Überbleibsel einzelner Vulkane, die markant aus dem Meer ragen: Möwen und die seltene Ostkanaren-Eidechse fühlen sich dortpudelwohl.

Info: Die Überfahrt von Lanzarote nach La Graciosa dauert mit dem Fährboot rund fünfundzwanzig Minuten. Im Sommer verkehrt viermal täglich eine Fähre zwischen Órzola auf Lanzarote und Caleta del Sebo auf La Graciosa, im Winter unregelmäßig. Auf Tages-Rundtouren können La Graciosa, Alegranza und Montaña Clara besucht werden. Auf den Inseln kann man an geführten Vulkanwanderungen und Kajakausflügen teilnehmen.

Links
Turismo Lanzarote: www.turismolanzarote.com