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Heidnische Faschingsbräuche in der Zugspitz-Region

Heidnische Faschingsbräuche in der Zugspitz-Region

(rf) Seltsame Gestalten betreten ab 6. Januar 2011 die Brauchtumsbühne der Zugspitz-Region: Die geheimnisvollen Maschkera setzen ihre kunstvoll geschnitzten Holzmasken auf und ziehen lärmend, stampfend und pöbelnd durch die Gassen. Ihre sanfte Seite zeigen sie nur beim Gunkeln in den Gasthäusern, wenn sie die Frauen zum Tanz auffordern, um anschließend unerkannt zu verschwinden. Dieses Spiel wiederholt sich bis zum Aschermittwoch jeweils montags, dienstags und donnerstags immer wieder in der gesamten Zugspitz-Region.

Ein einmaliges Spektakel lockt dagegen am „unsinnigen Donnerstag“, wie die Weiberfastnacht in der Maschkera-Metropole Mittenwald genannt wird: Am 3. März 2011 setzt sich hier nach dem Zwölfuhrläuten ein Zug heidnischer Gestalten hüpfend in Bewegung, angeführt von Schellenrührern mit riesigen Ochsenschellen auf dem Rücken. Mit dabei: Jacklschutzer, Teufel, Hexen, Bären und Pfannenzieher.

Ihren ahnungslosen Mitbürgern lesen die Maschkera an den Theken der Gasthäuser gerne mal ordentlich die Leviten. Damit keiner weiß wer’s war, verstellen die Männer gekonnt ihre Stimmen, ihren Gang, ihre Gestik. Hände verschwinden in Handschuhen, um keinen Verdacht zu erzeugen.

In fröhliche und ausgelassene Gesichter blickt man dagegen in Garmisch-Partenkirchen, wo die Maschkera seit jeher „nett lachen, blöd grinsen oder einfach nur starr schauen“. Zu bewundern sind die aufwändigen Larven samt seltsam verkleideten Trägern den ganzen Fasching über. Lediglich das sonntägliche 16-Uhr-Läuten der Sebastian-Kirche unterbricht in Garmisch-Partenkirchen das Spektakel. Die Glocken erklingen seit 1634 wöchentlich zur gleichen Zeit und erinnern an das letzte Pestopfer. Dann schlüpfen die Masken-Männer in dunkle Hauseingänge und nehmen ihre Larven kurz ab. Erst am Faschingsdienstag endet der Spuk gänzlich.

Weitere Informationen unter www.zugspitz-region.de.

(Quelle: Garmisch-Partenkirchen)