Von wegen verstaubt - schräge Museen in Neuengland

Nightgarden North

(Quelle: Musée Patamécanique)

Von wegen verstaubt - schräge Museen in Neuengland

Quirlige Metropolen, wildromantische Natur während des Indian Summer, rasante Touren auf den ältesten US-Skipisten, relaxter Strandurlaub nahe uriger Leuchttürme - Neuengland bietet eins garantiert: Abwechslung. Das gilt auch für die Museen in Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island und Vermont, die zusammen Neuengland bilden. Hier eine kleine Auswahl mit Neuenglands kuriosesten Museen.

Musée Patamécanique
Das kleine, zugegebenermaßen schwer zu findende Musée Patamécanique liegt in Bristol auf Rhode Island. In diesem Mix aus Kuriositätenkabinett und Roboterausstellung gibt es Dinge, die es eigentlich gar nicht gibt. Eine Welt voller pseudowissenschaftlicher Absurditäten, seltsamer Apparate und schräger Erfindungen, so ein Chor singender Streifenhörnchen, eine Zeitmaschine, eine Uhr mit Geruchssinn, ein Violine spielendes Ohr, eine Traummaschine für Hummeln und eine Apparatur, die verdautes Essen wiederherstellen kann, machen das verrückte Erlebnis in Rhode Island perfekt. Das Museum öffnet seine Pforten nach Absprache und Touren sollten eine Woche im Voraus gebucht werden.
Infos: www.museepata.org

The Plumbing Museum
Die Ausstellung im The Plumbing Museum in Watertown, Massachusetts, ist kurios und lehrreich zugleich. Viele Stücke stammen aus dem 18. Jahrhundert und erzählen die Geschichte und Entwicklung der Klempnerei in den USA. Das Museum ist ein Tribut an Klempner, Ingenieure und Erfinder, deren Arbeit und Kreativität zur Entwicklung der Gesellschaft maßgeblich beigetragen haben – Amerikanische Kultur mal anders. Zu sehen gibt es neben allerlei Klempnerwerkzeug und -zubehör antike Toilettenstühle, Badewannen mit Krallenfüßen, verschnörkelte Waschbecken und eine Replik von Marcel Duchamps Kunstwerk „Fontäne“, ein zum Springbrunnen umfunktioniertes Urinal.
Infos: www.theplumbingmuseum.org

Fawcett’s Antique Toy and Art Museum
In Waldoboro, Maine, schwelgt man in Fawcett’s Antique Toy and Art Museum in (Kindheits-)Erinnerungen. Was vor mehr als 50 Jahren als Sammelleidenschaft begann, ist heute in einem kleinen Museum ausgestellt. Über Jahrzehnte hat John Fawcett Spielzeuge, Comic-Helden, Cartoons und Filme gesammelt und später beschlossen, diese auszustellen. Zu Lone Ranger, Popeye und den Lieblingen aus der Star Wars Reihe gesellen sich seltene Mickey Mouse Liebhaberstücke und Betty Boob Figuren. Neben dem Museum befinden sich eine kleine Kunstgalerie mit zeitgenössischen Acrylmalereien von Fawcett und ein Laden, in dem man antikes Spielzeug erwerben kann.
Infos: home.gwi.net/~fawcetoy

Friedhof der unpopulären Eissorten

(Quelle: Ben & Jerry's)

Flavor Graveyard
Eiscreme hat ein Anfang und ein Ende. Und manches ist von kurzer Dauer. Im Flavor Graveyard, dem Friedhof für „die lieben Zerflossenen“, wird jenen Eissorten, die wegen schlechter Verkaufszahlen oder steigender Produktionskosten aus dem Sortiment genommen wurden, gedacht. Jede der 34 zu Grabe getragenen Sorten hat einen eigenen Stein mit Inschrift und kurzer Beschreibung über Leben und Sterben der Eiscreme. Grabstätten gibt es unter anderem für beliebte Sorten wie Turtle Soup, Fossil Fuel und Wavy Gravy. Man kann den Friedhof im Rahmen einer Werksbesichtigung in Waterbury, Vermont, besuchen oder den lieben Zerflossenen bei einem Privatbesuch die letzte Ehre erweisen.
Infos: www.benjerry.com/flavors/flavor-graveyard

Cushing Brain Collection
Die Medical School der Eliteuniversität Yale in New Haven, Connecticut, ist zugleich Heimat einer gruseligen und zugleich faszinierenden Sammlung. In Hunderten leuchtenden Gläsern reihen sich Präparate von menschlichen Gehirnen in der Cushing Brain Collection aneinander. Zusammengestellt wurde vom Neurochirurgen Harvey Cushing, der diesen Wissenschaftszweig im frühen 20. Jahrhundert durch neue Methoden und minutiöse Dokumentation revolutionierte. Die mehr als 500 Präparate zeigen ausschließlich kranke Gehirne, viele mit Tumoren durchsetzt. Alte Medizinbücher, 15.000 Fotografien, Objektträger, chirurgische Werkzeuge und zahlreiche Schädel vervollständigen dieses skurril anmutende Archiv, das die wichtigen Anfänge der spannenden Geschichte der Neurochirurgie dokumentiert.
Infos: library.medicine.yale.edu/cushingcenter

American Classic Arcade Museum
In der größten Spielhalle der Welt, dem Funspot Family Fun Center in Laconia, New Hampshire, befindet sich auch das weltgrößte Spielhallen-Museum. Das American Classic Arcade Museum ist der Goldenen Ära der Videospiele gewidmet, die 1987 ein jähes Ende fand. Im ACAM findet man 200 Original Arcade-Automaten, die auch die jüngere Generation zum Staunen bringen. Etwa 180 Spiele aus den 1970er und 1980er Jahren gibt es in der Ausstellung zu sehen und an den Wänden reihen sich Spiel- und Flipperautomaten aneinander – von Klassikern wie Tetris und Toobin‘ bis Galaxian und Space Invaders ist alles dabei.
Infos: www.classicarcademuseum.org


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