2015: Total-Sonnenfinsternis auf den Färöer Inseln

Sonnenuntergang bei Husavik

(Quelle: Yassine Ouhilal)

2015: Total-Sonnenfinsternis auf den Färöer Inseln

(rf) Bis zum 20. März 2015 wird auf den Färöer Inseln rückwärts gezählt. Dann verdunkelt der Mond die Sonne auf der nördlichen Erdhalbkugel komplett. Das Naturschauspiel der totalen Sonnenfinsternis ist, neben Spitzbergen, weltweit nur auf den Färöer Inseln vom Land aus zu sehen und beginnt etwa 700 Kilometer südlich von Grönland. Der Kernschatten zieht über die Färöer Inseln sowie Spitzbergen und verlässt circa 70 Kilometer vom Nordpol entfernt die Erde wieder. Zwischen ungefähr 09:41 Uhr und 09:43 Uhr liegt das Archipel im Nordatlantik in der „totalen Zone“. Erde, Sonne und Mond stehen dann in einer Linie. Das Ereignis gilt nach wie vor als astronomisches Phänomen und ist mit unzähligen Mythen belegt. So auch auf den Färöern. Die erste Sonnenfinsternis fand hier laut einer Sage vor vielen hundert Jahren statt. Der Legende nach lebten vier mutige und starke Brüder in Sumba, dem südlichsten Ort auf den Inseln. Sie kämpften oft miteinander und stritten so heftig, dass sie sich beinahe gegenseitig umbrachten. Eines Tages saßen sie mit ihren Schafen auf den Bergen, als sich die Sonne verdunkelte. Sie waren so erschrocken, dass sie versprachen, sich zu ändern und bessere Menschen zu werden, sollten sie den Tag überleben. Als danach die Sonne wieder zum Vorschein kam, so die Legende, kämpften oder stritten sie nie wieder.

Stora Dimun

(Quelle: Per Morten Abrahamsen)

Ganz so mystisch geht es anno 2015 nicht zu auf den Färöer Inseln. Dennoch hat das Ereignis auch heute noch nichts von seiner Faszination verloren. Die ganze Woche um den 20. März 2015 steht im Zeichen des Naturschauspiels. Die Färöer sind bekannt für ihr starkes kulturelles Erbe und ihre tief verwurzelte Identität. Die Veranstaltungen zur totalen Sonnenfinsternis sollen einen Einblick in die Welt der Färinger geben und stehen unter dem Motto „authentisch und unberührt“ – so bezeichnete einst der „National Geographic Traveler“ die Inseln und kürte sie zur „best island community“, die Inseln, die ihre Eigenart am besten bewahrt hat. Überall auf den Inseln finden Feiern mit färöischer Musik, Essen und Kultur statt. Lokale Veranstalter bieten unterschiedliche Ausflüge an. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bietet beispielsweise die Hauptstadt Tórshavn. Hier wird die Sonne für zwei Minuten und 18 Sekunden komplett verdunkelt und steht knapp 20 Grad über dem Horizont.

Weitere Informationen unter solareclipse.fo.

Blick auf Torshavn

(Quelle: Ólavur Fredriksen)

Die Färöer Inseln - Schafsinseln im Nordatlantik

(rf) Die Färöer, wortwörtlich die Schafsinseln, bestehen aus 18 Inseln und zahlreichen Holmen und Schären. Sie liegen im Nordatlantik, nordwestlich von Schottland. Wie ein umgedrehtes Dreieck erstrecken sie sich 113 Kilometer in nordsüdlicher und 75 Kilometer in ostwestlicher Richtung zwischen Norwegen und Island. Die Inseln wurden ursprünglich um 625 von irischen Mönchen entdeckt, erst im neunten Jahrhundert fand die prägende Landnahme der Wikinger statt. Offiziell gehören sie heute zu Dänemark, sind aber weitgehend autonom und wählen eines der ältesten Parlamente der Welt. Im Gegensatz zu Dänemark gehören die Färöer nicht zur EU. Die Landesprache der Inseln ist färöisch und stammt vom Altwestnordischen ab. Etwa 60.000 bis 100.000 Muttersprachler leben auf der Welt. Färöisch gehört zu den kleinsten Sprachstämmen weltweit. Die Färöer sind modern, skandinavisch und dennoch tief in ihrer Kultur verwurzelt. Die Insulaner sind mit Stolz Färinger und die Färöer wurden 2007 von der National Geographics zu der Insel gewählt, die ihre Eigenart am besten bewahrt hat. Auf den Inseln leben fast doppel so viele Schafe wie Einwohner. Der Golfstrom sorgt für ein relativ mildes Klima. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Winter bei 3,5°C und im Sommer bei 12°C. Allerdings gilt das Motto „Das Wetter hat immer das letzte Wort“. Der meiste Niederschlag ergießt sich in Form von Nebel – und erst der sorgt für das satte Grün der Färöer.

Weitere Informationen unter www.faroeislands.com.


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