Frankreich: Naturparadies Camargue

Frankreich: Naturparadies Camargue

(rf) Die Camargue ist ein Land der Winde und vor allem eine Region des Mittelmeers. Sie lebt zwischen zwei Wassern, dem Salzwasser des Meeres und dem Süßwasser der Rhône, die das Land mit ihren zwei Flussarmen umschließt. Der Flusslauf versorgt die Camargue ganzjährig mit Süßwasser und beeinflusst je nach Klima einen ständigen Reigen mit dem Salzwasser in den Sümpfen, Feuchtgebieten, Lagunen und Seen.

Die Camargue wurde vom Rhônedelta gebildet und ist das größte Feuchtgebiet Frankreichs. Mit 10 Einwohnern pro Quadratmeter, also 10 Mal weniger als der nationale Durchschnitt, ist dieses natürliche Gebiet wortwörtlich ein wahrer Schatz des regionalen Naturparks der Camargue. Die klimatischen Besonderheiten, die zu einer besonderen landwirtschaftlichen Aktivität führen, sind ebenfalls mit Reisanbau, Reet-Herstellung oder der Salzgewinnung einzigartig. Seit dem Jahr 2000 schützt das Label GGA (Geschütze Geografische Angabe) innerhalb der EG die Bezeichnung des Reises „Riz de Camargue“, dessen Anbau einen positiven Einfluss auf die Erhaltung des lokalen Ökosystems ausübt. Reis wird in der Camargue seit dem 16. Jahrhundert angebaut, eine feste Stellung innerhalb der Landwirtschaft nimmt der Reisanbau seit den 1940er Jahren ein. Die Stierzucht dient unter Anderem der Erzeugung von Rindfleisch, welches das seltene Label AOC (Appellation d´Origine Contrôlé) erhielt.

Weitreichender Privatbesitz und geschützte Zonen manchen die Camargue für den Laien zu einem schwer zugänglichen Gebiet. Es bietet sich an, die Landschaft mit dem Pferd, so wie die Gardians, zu durchreiten. Die Camarguepferde sind sehr widerstandsfähig und dem Feuchtgebiet bestens angepasst. Sie leben auf den sandigen und salzhaltigen Böden in Meeresnähe und kommen mit nur wenig Nahrung aus. Sie werden für viele Freizeitaktivitäten eingesetzt und dienen den Gardians noch immer als wichtiges Hilfsmittel in der täglichen Arbeit. Am Meer erstrecken sich lange Dünenketten und Strände, die eine natürliche Barriere bilden und auch ein sensibles Ökosystem in stetem Wandel darstellen.

Zahlreiche Besichtigungen stehen dem Besucher zur Verfügung, die ihm erlauben, die Natur der Camargue auf respektvolle Weise zu entdecken. Einige bieten regelmäßig von Natur-Führern oder Ornithologen geführte Besichtigungen an. Besonders lohnenswert ist ein zum Beispiel Abstecher ins Sumpfgebiet Marais du Vigueirat.

Das Sumpfgebiet Marais du Vigueirat befindet sich in der Nähe von Arles, am Schnittpunkt der Ökosysteme Camargue und Crau. Das weitläufige Gelände von insgesamt 1131 Hektar wurde in den 1980ern vom "Conservatoire du littoral" mit dem Ziel, die Landschaft und das ökologische Gleichgewicht möglichst wenig zu stören, aufgekauft. Die Leitsätze sind: die Verwaltung von Wasser im Gleichklang mit dem mediterranen Klima und die Verwendung des Weidelandes für die Stiere und Pferde der Camargue.
Das Süßwasser im Gebiet der Marais du Vigueirat, eine Besonderheit in der Camargue, trägt beträchtlich zur großen Vielfalt von Flora und Fauna bei. Dazu zählen 1098 Säugetiere, 360 Wirbeltiere und 283 beobachtete Vogelarten, was in etwa der Hälfte der französischen Vogelfauna entspricht. Von den mehr als 600 Pflanzenarten sind viele bedroht und stehen unter Naturschutz (5 auf nationaler, 18 auf regionaler Ebene und 99 in der gesamten Region PACA).

Auf der ökotouristischen Anlage kann man mit einem Naturführer auf Entdeckungstour gehen und von vier Beobachtungspunkten aus die atemberaubende Pflanzen- und Tierwelt betrachten. Eine eigenständige Besichtigung auf Fußwegen, teilweise auf Pfählen, ist ebenfalls möglich. Hierfür ist eine Broschüre mit Informationen über das natürliche Milieu in verschiedenen Sprachen erhältlich. Tipp: Der Weg des Cabanes ist barrierefrei und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Alternativ bietet sich eine gemütliche Rundfahrt mit der Kutsche an. Die Anlage ist vom 1. Februar bis zum 15. Dezember täglich von 09.30 bis 17.00 geöffnet.

Weitere Informationen unter de.franceguide.com und www.marais-vigueirat.reserves-naturelles.org.


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