Polen: Unterirdische Extrem-Tour im Bergwerk Guido

Polen: Unterirdische Extrem-Tour im Bergwerk Guido

(rf) Die neue Trasse der Extreme des einstigen Steinkohlebergwerks Guido im oberschlesischen Zabrze liegt 355 Meter unter der Erde. Über anderthalb Kilometer geht es durch einen roh belassenen Bergwerksschacht, vorbei an einem 100 Meter langen Kohlenflöz mit einem Gefälle von zehn Prozent. Wer an dieser Tour durch die unterirdische Sohle teilnimmt, für den heißt es erst einmal umziehen. Im strapazierfähigen Overall, an den Fußen Gummistiefel und auf dem Kopf ein Sicherheitshelm mit Kopflampe ausgerüstet, machen sich die Teilnehmer der Extrem-Trasse auf den Weg in die Unterwelt.

Die neue Route durch die Sohle 355 erfordert einiges an Fitness und ist körperlich anstrengend, doch ungewohnte Einblicke in die Welt unter Tage sind garantiert. Während des mehr als dreistündigen Aufenthaltes in 355 Meter Tiefe lernt man verschiedene alltägliche Arbeiten aus dem Leben der Bergleute kennen, etwa hier und da Rohrleitungen verschrauben, kleinere Geräte bedienen oder direkt am Kohleflöz mit einem Abbauhammer üben. Die Sohle birgt einige schwierige Abschnitte. So müssen Engstellen mit einem Gefälle zwischen 15 und 25 Grad passiert werden und es gibt Strecken, die nur auf allen Vieren zu bewältigen sind. Höhepunkt ist der Gang über eine 110 Meter lange Kohlewand mit einer Neigung von zehn Grad, auf der zahlreiche Stempel aufgestellt sind, um die niedrige Decke tragen zu können. Dunkelheit und Stille machen diesen Ort zu einem ganz besonderen Erlebnis. Nach einem weiteren Abstieg sowie einer Überfahrt mit der elektrischen Bergbahn wartet in 320 Meter Tiefe eine wohlverdiente Entspannung: im unterirdisch gelegenen Pub kann man das hauseigene „Guido“-Bier und andere Erfrischungen kosten. Über Tage besteht die Möglichkeit ausgiebig duschen. Im oberirdischen Besucherzentrum des ehemaligen Steinkohlenbergwerks gibt es Umkleidekabinen und Duschen für die Extrem-Trassen-Teilnehmer.

Infos zur Extrem-Tour
Die Extremtour ist für Personen über 12 Jahre buchbar. Diese sollten eine gute Kondition mitbringen. Der Eintritt für die Sohle 355 beträgt je nach Dauer der Führung und Tag umgerechnet zwischen 10 und 20 Euro pro Person. Die Grube ist täglich außer montags geöffnet.

Einstiges Steinkohlebergwerk Guido

Das Steinkohlebergwerk in Zabrze, einst 1855 von Graf Guido Henckel von Donnersmarck gegründet, verlor in den 1930er Jahren an Bedeutung. Die denkmalgeschützte Anlage ist seit 2007 für Touristen wieder zugänglich. Im Schaubergwerk Guido gibt es neben der Sohle 355 zwei weitere Besuchertrassen in 170 und 320 Meter Tiefe. Die erste Sohle zeigt in einer Ausstellung die Mühen der Arbeit unter Tage sowie die enge Verbindung zum Glauben. In der Pumpenkammer erwartet Gäste eine Ausstellung zur Bergwerkstechnik. Die benachbarte Kammer beherbergt die Kapelle der Heiligen Barbara, in der Gottesdienste und Trauungen unter Tage stattfinden. Ein weiterer rund 1,4 Kilometer langer Teilabschnitt des ehemaligen Bergwerks liegt in 320 Meter Tiefe und zeigt den Arbeitsalltag unter Tage.

Neben den Schaustollen können auch die oberirdischen Anlagen der Kohlengrube besichtigt werden. Dazu gehört das ehemalige Verdichtergebäude mit einem Kompressor von 1936, in dem eine Ausstellung über die Geschichte der ehemaligen Königin-Luise-Grube eingerichtet ist. In die einstige Schaltanlage ist eine Ausstellung über die Elektrifizierung des Bergbaus eingezogen. Im ehemaligen Maschinengebäude ist eine Dampfmaschine von 1915 zu sehen – eine der ältesten noch funktionierenden ihrer Art in ganz Europa.

Das Bergwerksmuseum verfügt zudem über ein Hostel sowie ein Restaurant. Die Unterkunft verfügt über 85 Betten in 19 einfachen sowie in sechs Zimmern mit gehobenem Standard an.

Informationen zum Schaubergwerk Guido unter www.kopalniaguido.pl.


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